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Gruppenvergewaltigung Opfer soll geschützt werden

Aussage ohne Öffentlichkeit

Freiburg.Nach der Gruppenvergewaltigung einer 18-Jährigen vor einer Disco in Freiburg soll die junge Frau nach dem Willen ihrer Anwältin und der Staatsanwaltschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit aussagen. Das Opfer leide unter der Tat und müsse in seinen Persönlichkeitsrechten geschützt werden, sagte Anwältin Christiane Steiert am Montag vor dem Landgericht Freiburg. Die Aussage der 18-Jährigen solle ohne Publikum und Presse per Video in den Gerichtssaal übertragen werden. So bleibe ihr ein Aufeinandertreffen mit den elf Angeklagten erspart. Wann und wie sie aussagt, steht nach Angaben des Gerichts noch nicht fest.

Der Prozess und die damit verbundene Öffentlichkeit stellten eine große Belastung für die junge Frau dar, sagte die Opferanwältin. Zudem kritisierte sie das Verhalten der Verteidiger. Angeklagte und Verteidiger schwiegen zu den Vorwürfen vor Gericht. Gleichzeitig würden Verteidiger Medien Interviews geben. Die dort gemachte Aussage der Verteidiger, dass die Frau Sex verlangt habe und die Männer daher unschuldig seien, sei nachweislich falsch. Sie stigmatisiere und diffamiere die Frau: „Sie wird damit abermals zum Opfer.“ Und weiter: „Mit professioneller Verteidigung hat das nichts zu tun.“ Es war der dritte Verhandlungstag in dem Prozess. Fortgesetzt wird er am Mittwoch. dpa