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A 49 Staatsanwaltschaft ermittelt gegen mehrere Aktivisten

Autobahn-Blockade löst Debatte aus

Wiesbaden/Stadtallendorf.Nach einer Blockade und einem Verkehrsunfall auf der Autobahn 3 laufen Ermittlungen gegen mehrere Aktivisten. Von den sieben Festgenommenen sei noch eine Person in Gewahrsam, berichtete ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden. Da der Mann seine Identität nicht preisgebe, solle Haftbefehl beantragt werden. Gegen die zwei Männer und fünf Frauen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Nötigung und der fahrlässigen Körperverletzung.

Die Aktivisten hatten laut Polizei am Dienstag die A 3 bei Idstein blockiert, als Protest gegen die Rodungen für den Weiterbau der A 49. Zwei Personen seilten sich demnach von einer Brücke ab, die Autobahn wurde gesperrt. Es bildete sich ein Stau, an dessen Ende ein Autofahrer auf einen Lastwagen fuhr. Der 29 Jahre alte Fahrer des Autos wurde schwer verletzt. Wie es genau zu dem Auffahrunfall gekommen ist, war weiter unklar. Der Autofahrer habe noch nicht vernommen werden können, sagte ein Polizeisprecher.

An dem Unfall entzündete sich eine Debatte um die Blockadeaktion als Mittel des Protests. „Ein Unfall wie jeder andere? Nein, denn seine Ursache liegt in dem vorsätzlichen gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr durch sogenannte Umweltaktivisten“, sagte der hessische Landtagsabgeordnete Dirk Bamberger (CDU). Die Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion, Nancy Faeser, sagte nach einem Treffen mit Kommunalpolitikern aus der A-49-Region: Friedliche Demonstrationen seien richtig und legitim. Doch es gebe Grenzen. „Wer Polizeiautos beschädigt oder gefährliche Situationen auf der Autobahn provoziert und das für eine legitime Form des Protestes hält, der irrt.“

Aktivisten hatten den Unfall am Vortag in einer Mitteilung als „Tragödie“ bezeichnet. Man störe sich daran, dass die Polizei den Unfall in Zusammenhang mit der Blockade gebracht habe, „während Auffahrunfälle bei Autobahnstaus ansonsten als trauriger Alltag akzeptiert“ würden.

Unterdessen gingen die Rodungen für den Lückenschluss der A 49 im Herrenwald bei Stadtallendorf (Kreis Marburg-Biedenkopf) weiter. Die Autobahn soll einmal Gießen und Kassel direkter miteinander verbinden. Am Mittwoch war die Polizei erneut mit zahlreichen Kräften vor Ort, um den Bereich für die Fällarbeiten zu sperren. lhe