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Verkehr Sperrung der Rheintrasse kürzer als geplant

Bahn holt bei Baustelle fünf Tage auf

Baden-Baden.Die wochenlange Sperrung der wichtigen Nord-Süd-Bahntrasse im Oberrheintal sorgt nicht nur für Unmut bei Reisenden. Auch Güterverbände sind verärgert und sprechen von riesigen Löchern in den Kassen, schließlich ist die Strecke eine europäische Transport-Hauptschlagader. Nun gibt es zumindest eine gute Nachricht. Wie die Bahn gestern mitteilte, soll die Verbindung ab dem 2. Oktober wieder befahrbar sein- fünf Tage früher als geplant.

Grund für die seit 12. August geltende Sperrung der stark frequentierten Strecke war ein Unfall an einer Tunnelbaustelle bei Rastatt. Wasser und Erde waren eingedrungen, daraufhin sackten die Schienen ab. Reisende, Pendler und Transportfirmen klagen über Behinderungen sowie Kosten in Millionenhöhe. Der Logistik-Verband BGL forderte die Schaffung eines Notfallfonds.

Von den täglich 800 bis 1300 Personenfernzügen, die auf dem deutschen Schienennetz unterwegs sind, passieren regulär etwa 70 die Rheintalstrecke. Hinzu kommen 50 Regionalzüge sowie bis zu 200 Güterzüge. Derzeit bringen Busse wegen der Sperrung zwischen Rastatt und Baden-Baden an diesem Abschnitt Reisende weiter, der Güterverkehr wird umgeleitet.

Umleitung ist eine große Aufgabe

"In dieser schwierigen Lage zählt jeder Tag für unsere Kunden im Güter- und Personenverkehr. Daher ist es hilfreich, dass wir früher fertig werden", sagte Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla. Dem Unternehmen zufolge bleibt es bis zur Wiederinbetriebnahme der Strecke aber eine große Aufgabe, den Güterverkehr umzuleiten.

Für etwas Entspannung sorge die vorgezogene Aufnahme der Gäubahn. Zudem seien mittlerweile rund 70 zusätzliche Lokführer im Güterverkehr im Einsatz - auch aus dem Ausland. "Die Herausforderung: Diese Lokführer müssen nicht nur über die nötigen Kenntnisse der Fahrzeuge und Strecken verfügen, sondern auch Sprachkenntnisse haben", hieß es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn. lsw