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Verkehr Bund rückt von Bau einer Alternativstraße ab

Bahnlärm am Mittelrheintal

Archivartikel

Mainz/Berlin.Im Streit um eine Güterzug-Alternativtrasse für das Mittelrheintal kritisiert die rheinland-pfälzische Landesregierung den Bund mit scharfen Worten. Laut Bundesverkehrsministerium rechnet sich eine Entlastungsstrecke erst bei einer Verzehnfachung des Zugverkehrs im Mittelrheintal. Die Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) rügte gestern: „Ich empfinde diese Aussage als zynisch gegenüber den Menschen, die im Mittelrheintal leben und schon heute unter unerträglichem Bahnlärm leiden.“ Die angekündigte Machbarkeitsstudie für eine Alternativtrasse müsse „jetzt sofort kommen“.

Machbarkeitsstudie kommt

Laut rheinland-pfälzischem Verkehrsministerium fahren jeden Tag mehr als 400 Züge durch das Welterbe Oberes Mittelrheintal. Nach Angaben der Bürgerinitiative „Oberwesel 22 – Zukunft trotz Bahn“ werden für 2030 sogar 500 bis 600 Züge täglich vorausgesagt. Dem Bundesverkehrsministerium zufolge wäre somit ein wirtschaftlicher Handlungsbedarf erst bei 5000 bis 6000 Zügen pro Tag erreicht. Nach Angaben von Kritikern wäre so viel Bahnverkehr im Mittelrheintal mit seinen uralten Bahnstrecken technisch unmöglich.

Bundesverkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann (CDU) hatte geschrieben: „Um den Bau einer Neubaustrecke für den Güterverkehr wirtschaftlich begründen zu können, müsste sich das Verkehrsaufkommen des Personen- und Güterverkehrs auf der Schiene im Mittelrheintal deutlich über die bis 2030 prognostizierten Zugzahlen hinaus erhöhen.“ Es solle es eine Machbarkeitsstudie geben, bekräftigte Ferlemann in seinem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Wann, das sei noch unklar. lrs