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Wein In allen Anbaugebieten kommt die Lese dank der idealen Temperaturen gut voran – am weitesten sind Pfalz und Baden

„Balsam für des Winzers Herz“

Mainz.Die Nächte kühl, die Tage noch mal richtig warm: „Dieser „Goldene September“ ist Balsam für des Winzers Herz“, sagt Bastian Klohr in der Pfalz. Die herbstliche Abkühlung in der Nacht sei wichtig, um bei Weißweinen einen Rest von Säure in den Trauben zu erhalten, erklärt der Geschäftsführer der Winzergenossenschaft Weinbiet Manufaktur in Neustadt an der Weinstraße. Die Septembersonne fördere zudem die Aromenbildung bei den spät reifenden Rebsorten. „Insbesondere der Riesling profitiert jetzt davon.“

Die Lese, die nach einem außergewöhnlichen Sommer diesmal so früh begann wie nie, kommt in allen deutschen Weinbaugebieten gut voran.

In einigen Anbaugebieten wie der Pfalz oder Baden ist schon mehr als die Hälfte der Trauben eingebracht. In anderen Gebieten wie Rheingau, Mittelrhein und Mosel werde das noch etwas dauern, sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. „Die Weinberge bieten ein traumhaftes Bild“, schwärmt Paulin Köpfer im badischen Öko-Weingut Zähringer in Heitersheim. Dort sind nach seinen Angaben bereits mindestens 50 Prozent der Trauben gelesen. „Bis Ende der Woche sind wir bei 70 bis 75 Prozent, auch beim Spätburgunder geht es jetzt los“, sagt Büscher.

„Die Reife ist sehr weit fortgeschritten, so dass wir schon fast Bergfest feiern können“, heißt es in der Pfalz. „Wichtig ist nun, dass es trocken bleibt“, erklärt Weinbiet-Geschäftsführer Klohr. So bleiben die Trauben vor Fäulnis bewahrt. „Wir brauchen jetzt keinen Niederschlag mehr“, sagt Ulrich Fischer, Leiter des Instituts für Weinbau und Oenologie in Neustadt an der Weinstraße. „Das Wetter ist jetzt optimal.“ Entsprechend gut sind auch die Ertragsaussichten. „Beim Müller-Thurgau sind die Mengen überraschend gut“, sagt Büscher. lrs