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Bundespolizei Anklage wegen Körperverletzung

Beamte sagen aus

Frankfurt.Acht Beamte der Bundespolizei stehen seit Donnerstag wegen Körperverletzung im Amt und Nötigung vor dem Landgericht Frankfurt. Zum Prozessauftakt kündigten sie über ihre Verteidiger Aussagen zu den Vorwürfen an. Der Anklage liegt die Festnahme eines 21-Jährigen 2017 in der B-Ebene des Frankfurter Hauptbahnhofs zugrunde. Der unter dem Verdacht des Drogenbesitzes stehende Mann leistete dabei erheblichen Widerstand und wurde von drei der Beamten mit auf die Wache genommen.

Stundenlang nackt in der Zelle

Auf dem Revier soll der Mann völlig nackt mehrere Stunden in der Zelle verwahrt worden sein. Trotz massiver gesundheitlicher Probleme – unter anderem erlitt der Mann bei der Festnahme einen Rippenbruch – habe man nicht den Arzt gerufen, hieß es in der Anklage. Den Beamten wird Körperverletzung im Amt durch Unterlassen vorgeworfen. Das Entkleiden und stundenlange Stehenlassen des Mannes in der mäßig beheizten Zelle bewertete die Staatsanwaltschaft als Nötigung.

In dem vorerst bis Mitte November angesetzten Prozess soll auch ein rund drei Stunden dauernder Videofilm über die Situation in der Zelle ausgewertet werden. lhe