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Beruf Ingenieure und Techniker fehlen in Verkehrsunternehmen

Betriebe ringen um Mitarbeiter

Darmstadt.Verkehrsbetriebe müssen künftig stärker um Ingenieure, Techniker und Mechaniker werben. So sieht etwa das Unternehmen Heag Mobilo in Darmstadt im Fachkräftemangel eine große Herausforderung für die kommenden Jahre. Einer Sprecherin zufolge verstärkt das Unternehmen seine Anstrengungen, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen. „Doch gerade jüngere Fachkräfte wechseln häufiger als früher ihren Arbeitsplatz, so dass wir vermehrt auch auf ungeplante Personalabgänge reagieren müssen“, fügt sie hinzu.

Duale Ausbildung

Um den steigenden Bedarf zu decken, bilde Heag Mobilo vermehrt selbst aus, qualifiziere Mitarbeiter weiter und betreibe „aktives Personalmarketing“. Wegen fehlender Elektrotechniker und Industriemechaniker konnten in der Stadt zuletzt mehrere Triebwagen nicht gewartet oder repariert werden, wie es hieß. Damit stehen die Darmstädter nicht allein. Die Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) musste in jüngster Zeit ebenfalls Fahrten ausfallen lassen. Fahrer zu rekrutieren bereite zwar keine Probleme, wie ein Sprecher mitteilte. Schwieriger sei die Lage bei Ingenieuren.

Laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar fehlen etwa 1000 Elektrotechniker und Industriemechatroniker in Südhessen. Einem Sprecher zufolge dürfte sich die Lage für die Betriebe selbst bei einem Rückgang der Konjunktur nur kurzfristig bessern. Das liege nicht nur an der Alterung der Gesellschaft, sondern auch am nachlassenden Interesse junger Menschen an naturwissenschaftlichen Berufen. Um Mitarbeiter zu binden, könnten Betriebe die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Arbeitszeitkonten fördern. Wichtig sei es auch, in die duale Ausbildung zu investieren und diese aufzuwerten. Unstrittig sei, dass man Zuwanderung aus dem Ausland benötige. „Hierin sehen wir einen möglichen Beitrag, auch wenn dies etwa aufgrund anfänglicher Sprachbarrieren eher langfristig wirkt“, fügte der Sprecher hinzu. lhe