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Autoraser Anwalt meint, Beweise für Mord fehlen

Bewährung gefordert

Archivartikel

Stuttgart.Der fatale Raser-Unfall eines jungen Mannes in Stuttgart kann nach Ansicht seines Verteidigers nicht als Mord gewertet werden. „Hierzu müsste der Tod der beiden Unfallopfer billigend in Kauf genommen worden sein“, teilte sein Verteidiger Klaus Bessler am Montag nach seinem nicht-öffentlichen Plädoyer vor dem Landgericht mit. Den Nachweis hierfür konnte die Staatsanwaltschaft nach Auffassung Besslers allerdings nicht erfüllen.

Er geht von einer fahrlässigen Tötung aus und forderte für den 21-Jährigen eine Jugendstrafe von höchstens zwei Jahren. Die Strafe solle nach der bislang verbüßten achtmonatigen Untersuchungshaft zur Bewährung ausgesetzt werden. Würde die Kammer der Forderung folgen, wäre der 21-Jährige nach der Urteilsverkündung am Freitag auf freiem Fuß. Nach Auffassung des Verteidigers liegt ein Tötungsvorsatz auch deshalb fern, weil der junge Fahrer gewusst habe, dass er durch einen Unfall bei seinem rasanten Tempo auch sein eigenes Leben in Gefahr bringen würde.

In dem Prozess hatten Staatsanwaltschaft und zum Teil auch die Nebenklage vor einer Woche auf Mord plädiert und mehrjährige Jugendstrafen gefordert, weil der damals 20-Jährige die Kontrolle über seinen gemieteten Sportwagen verloren und mit dem Auto einen Kleinwagen gerammt hatte. Vor dem Crash hatte der PS-starke Mietwagen des Deutschen den Angaben zufolge bis zu 165 Stundenkilometer auf dem Tacho. In den Trümmern des Kleinwagens waren ein 25 Jahre alter Fahrer aus Nordrhein-Westfalen und seine 22 Jahre alte Freundin ums Leben gekommen. Der Sportwagenfahrer blieb unverletzt. lsw

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