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Felssturz 15 Häuser in der Schwarzwald-Stadt Todtnau evakuiert / Spezialisten vor Ort / Bürgermeister: Es besteht Lebensgefahr

Bewohner müssen in Hotels umziehen

Archivartikel

Todtnau.Wegen tonnenschwerer lockerer Felsen dürfen rund 70 Bewohner eines Wohngebietes in Todtnau im Schwarzwald (Kreis Lörrach) voraussichtlich bis Anfang Dezember nicht zurück in ihre Häuser. Es bestehe Lebensgefahr, sagte Bürgermeister Andreas Wießner (parteilos) am Freitag. In einem Hang über dem Wohngebiet seien zwei lockere Granitfelsen entdeckt worden. Nach Ansicht von Experten bestehe die Gefahr, dass diese ins Tal stürzen. Ihre Kraft reiche aus, Hauswände zu durchschlagen.

Betroffen sind Wießner zufolge 15 Häuser. Auch ein Spielplatz ist den Angaben zufolge gesperrt, eine Kirche muss in den nächsten Wochen geschlossen bleiben.

Die Arbeiten zur Felssicherung dauerten bis zu sechs Wochen. In dieser Zeit dürfe niemand in die Häuser oder das Gebiet. Betroffene würden in Hotels und Ferienwohnungen oder bei Freunden und Verwandten untergebracht. Zudem habe eine Ferienanlage ihre Sommersaison verlängert, um Betroffene aufnehmen zu können. Ein verlässlicher Zeitplan sei derzeit noch nicht möglich, sagte Wießner. Wegen des bevorstehenden Winters könnten die Arbeiten auch länger dauern.

Hohe Strafen

Die Feuerwehr hatte die Häuser am Mittwochabend geräumt. Zuvor hatten Experten die Felsen untersucht und Alarm geschlagen. Zudem bestehe der Verdacht, dass noch weitere Felsen locker sein könnten, sagte ein Sprecher des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg. Die Felsen würden nun untersucht.

Ob und wie Bewohner zumindest kurzfristig in ihre Häuser dürfen, um etwa persönliche Gegenstände oder Haustiere zu holen, werde noch geklärt, sagte der Bürgermeister. Bis zu dieser Entscheidung gelte ein Betretungsverbot. Wer es ignoriere, müsse mit Strafen rechnen. Bezahlt würden Hotels und Ferienwohnungen vorerst von der Gemeinde.

Geplant ist den Angaben nach, die zwei mehrere Tonnen schweren Felsbrocken mit Stangen, Netzen und einem Zaun dauerhaft zu sichern. Dies übernimmt eine Spezialfirma. Schon im März hatte sich in dem Gebiet den Angaben zufolge ein tonnenschwerer Felsblock gelöst und war in den Garten von Häusern gerollt. Verletzt wurde damals laut den Behörden niemand.

Lockere Felsen seien in den Bergen des Schwarzwalds ein natürliches Phänomen, sagte ein Sprecher des Landesamtes.

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