Länder

Unwetter Zentrales Stellwerk in Baden-Baden betroffen / Fahrten nur per Funkbefehl möglich / Wetterprognose gibt ein wenig Hoffnung

Blitzeinschlag bremst Bahnverkehr

Baden-Baden.Unwetter haben den Bahnverkehr in Teilen Baden-Württembergs durcheinandergebracht und Schäden angerichtet. Ein Blitzschlag bremste die Deutsche Bahn am Freitagmorgen auf der zentralen Rheintalstrecke zwischen Offenburg und Karlsruhe aus. Ein Stellwerk in Baden-Baden war gestört, wie ein Bahnsprecher sagte. In Lahr (Ortenaukreis) setzte ein Blitz den Dachstuhl eines Hauses in Brand. Für Samstag erwarteten die Meteorologen vor allem noch im Osten einzelne Schauer und Gewitter.

Die Rheintalstrecke war laut Bahn zwar nicht gesperrt, aber die Züge konnten nicht mehr nach Signal fahren, sondern nur noch manuell per Funkbefehl. Deshalb gab es deutliche Verspätungen und einige Ausfälle. Am frühen Nachmittag hatten Techniker die Störung wieder behoben. Im Normalbetrieb verkehren auf der Rheintalstrecke bis zu 200 Güterzüge täglich. Zudem wird die Nord-Süd-Trasse von Zügen des Fern- und Nahverkehrs genutzt.

Auch bei Waibstadt (Rhein-Neckar-Kreis) gab es nach Angaben des Sprechers eine Stellwerksstörung infolge des Unwetters. Dort richtete die Bahn einen Schienenersatzverkehr ein. Durch die Wucht des Blitzeinschlags in Lahr wurden mehrere Dachziegel umhergeschleudert, die Fahrzeuge in der Nähe beschädigten. Ersten Schätzungen der Polizei zufolge entstand ein Schaden von 50 000 Euro. Auch für Kinder in Rastatt hatte das Wetter Folgen. Wegen einer Gewitterwarnung und vorhergesagter starker Regenfälle wurde ein für Freitagnachmittag geplantes Spielefest im Stadtpark kurzfristig abgesagt, hieß es aus dem Rathaus.

Flugverkehr lahmgelegt

Am Frankfurter Flughafen sorgten die Regenfälle für Beeinträchtigungen: Beim Flugverkehr konnten am Freitagmittag gut eine Stunde lang keine Passagiere abgefertigt werden. Nach Auskunft des Betreibers Fraport wurden mehrere Flüge annulliert. Dies geschehe routinemäßig aus Sicherheitsgründen, wenn vor Blitz und Donner im Umkreis von acht Kilometern gewarnt werde, sagte ein Sprecher.

Ein Aufenthalt im Freien auf dem Flugfeld sei dann verboten. An Deutschlands größtem Airport sollten am Freitag rund 230 000 Passagieren ankommen oder wegfliegen. Von insgesamt 1560 Starts und Landungen wurden bis zum Nachmittag 100 gestrichen. lsw