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Verkehr Eifeler Bürger bremsen Raser mit unechten Tempomessern aus / Rechtlich keine Probleme

Blitzer-Attrappe erschreckt Autofahrer

Archivartikel

Oberöfflingen.Er ist nur ein Fake, aber er zeigt Wirkung: ein weißer Blitzer-Anhänger, der im Eifeldorf Oberöfflingen wenige Meter nach dem Ortseingangsschild am Straßenrand steht. Und siehe da: Der Fahrer eines heranbrausenden gelben Autos bremst, als er die vermeintliche Radarfalle sieht. Christoph Thul, der die selbst gebaute Attrappe mit Jan Hoffmann auf einem Privatgrundstück aufgestellt hat, sagt: „Wir hätten nie gedacht, dass das Ding so einschlägt.“ Und: Es bremst nicht nur Raser aus, sondern kommt auch in dem Ort super an.

Sogar den Segen der Polizei hat das Teil. „Es ist eine sehr gut gemachte Attrappe, die rechtlich nicht zu beanstanden ist“, sagt der Sprecher des Polizeipräsidiums Trier, Uwe Konz. Sie stehe auf einem privaten Grundstück, ohne Technik drin – und störe vor allem nicht den Verkehr. Für die Trierer Polizei sei der Fake-Blitzer „in dieser Form“ einmalig. „Er ist unseren (echten) Anhängern mit sehr viel Liebe zum Detail nachempfunden.“ Hoffmann, gelernter Heizungsbauer, hat ihn aus Grobspanplatten zusammengesetzt, weiß angestrichen – und ein Fenster reingeschnitten, in dem eine runde Holzplatte als Kamera und eine CD als Blitzer hängen. Und ein Nummernschild hat er auch. Den falschen Blitzer hatten die beiden Oberöfflinger Hoffmann und Thul in der Hexennacht zum 1. Mai eigentlich „als Scherz“ aufgestellt.

Dann entdeckten die 32-Jährigen, dass der Streich ernsthaft ankam – und der Kasten blieb. „Wir wollen mit dem Blitzer Fahrer dazu animieren, langsamer zu fahren“, sagt Hoffmann. „Wir haben hier viele Kinder im Dorf.“ Und immer mehr Verkehr.

Nicht die Ersten

Ortsbürgermeister Theo Weber sagt: „Die Attrappe ist gut angenommen worden.“ Und die Eifeler sind nicht die ersten, die mit ihrer Blitzer-Idee für Schlagzeilen sorgen. Im Frühjahr 2017 hatte zum Beispiel ein Anwohner bei Markdorf am Bodensee aus einem Kanalrohr eine falsche Radarkontrolle gebastelt. Die Fake-Blitzer seien legal, wenn sie nicht im öffentlichen Verkehrsraum platziert würden und nicht in den Verkehr hinwirkten, sagt der Fachanwalt für Verkehrsrecht, Hans-Jürgen Gebhardt, im saarländischen Homburg. Heißt, sie dürfen keine Lichtblitze aussenden oder Aufzeichnungen machen. Ansonsten gelte: „Was ich in meinem Garten anstelle, geht niemanden etwas an.“

Die Trierer Polizei hat nicht den Eindruck, dass Anwohner immer mehr selbst gebaute Blitzer aufstellen. „Es könnte natürlich sein, dass sie jetzt auf die Idee kommen.“ Die beiden Eifeler haben sogar Anfragen von anderen Orten bekommen, ob sie für sie nicht auch einen Fake-Blitzer bauen könnten. Das wollen sie aber nicht. „Wir haben keine Geschäftsidee dahinter“, sagt Thul.