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Kernenergie Biblis ist Lagerort für radioaktiven Abfall

Bund übernimmt Atom-Müll

Biblis.Die BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung hat mit Jahresbeginn das südhessische Zwischenlager Biblis für hochradioaktive Abfälle vom Energiekonzern RWE übernommen. Damit wird das im Juni 2017 in Kraft getretene Gesetz zur Neuordnung der Entsorgung radioaktiver Abfälle aus Atomkraftwerken umgesetzt: Während die Betreiber der Kraftwerke für deren Stilllegung und Rückbau zuständig sind, ist der Bund für Durchführung und Finanzierung der Zwischen- und Endlagerung verantwortlich. Die BGZ mit Sitz in Essen wurde eigens dafür gegründet.

Nach Angaben des technischen Geschäftsführers Wilhelm Graf soll der Betrieb des Zwischenlagers in den kommenden Jahren so entwickelt werden, dass er auch autark und unabhängig vom Kraftwerk möglich ist. Neben Biblis übernahm die BGZ nach Angaben eines Sprechers elf weitere Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle von den bisherigen Betreibern.

Seit 2006 in Betrieb

Im zweiten Schritt werden am Anfang des Jahres 2020 weitere zwölf Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle in die Verantwortung des Bundes und somit der BGZ übertragen. Davon sind im Jahr 2020 auch die beiden Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle am Standort Biblis betroffen.

„Sicherheit hat für RWE immer oberste Priorität. Auch zukünftig werden wir eng mit den BGZ-Vertretern an den Standorten zusammenarbeiten“, sagte Nikolaus Valerius, technischer Geschäftsführer der RWE Nuclear. Das Zwischenlager in Biblis wurde 2003 genehmigt und ging 2006, also drei Jahre später, in Betrieb. lhe/red