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Missbrauch Erzbischof bittet Opfer um Vergebung

Burger gibt Fehler zu

Archivartikel

Freiburg.Nach dem jahrzehntelangen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in der katholischen Kirche hat die Erzdiözese Freiburg eine Expertengruppe sowie ein Beratungstelefon für Opfer (0761/2188975) eingerichtet. Zudem werde die Präventionsarbeit gestärkt, sagte Erzbischof Stephan Burger gestern in Freiburg. Die aus internen und externen Experten bestehende Gruppe solle Strukturen der Kirche kritisch überprüfen und Strategien entwickeln, wie Missbrauch verhindert werden könne. Als Beispiel nannte er eine Modernisierung von Priesterausbildung und Fortbildung. Zudem werde er das persönliche Gespräch mit vom Missbrauch Betroffenen suchen.

Personalakten verschwunden

Burger bat Missbrauchsopfer um Vergebung und räumte Machtmissbrauch und Fehler ein. Auch in seiner Erzdiözese seien Akten manipuliert worden, Täter der vergangenen Jahrzehnte seien so nicht mehr zu identifizieren. Es fehlten Teile von Personalakten oder Einträge, neun von 4123 Personalakten seien komplett verschwunden. „Dieser willkürliche Umgang mit Akten muss künftig ausgeschlossen werden“, sagte der Erzbischof. Freiburg ist mit rund 1,9 Millionen Katholiken eine der größten Diözesen in Deutschland. Eine am Dienstag von der Deutschen Bischofskonferenz vorgestellte Studie hatte den massiven sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen durch katholische Kleriker in den vergangenen Jahrzehnten detailliert belegt. lsw