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Umfrage Nur noch 23 Prozent – Union sackt laut einer repräsentativen Studie auf historisch niedrigen Wert ab

CDU abgeschlagen hinter Grünen

Archivartikel

Stuttgart.Die CDU sackt in der Wählergunst immer weiter ab: Ein Jahr vor der Landtagswahl kommen die Christdemokraten in Baden-Württemberg nur noch auf einen Zustimmungswert von 23 Prozent – und verlieren damit im Vergleich zur Umfrage im September 2019 noch mal drei Prozentpunkte. Damit liegt die CDU im Südwesten weit hinter den Grünen, bei denen 36 Prozent – das ist allerdings ein Verlust von zwei Prozentpunkten – aktuell ihr Kreuz machen würden. Dies geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten BW-Trend von infratest dimap im Auftrag von Südwestrundfunk und „Stuttgarter Zeitung“ hervor.

Für die repräsentative Umfrage wurden 1001 Wahlberechtigte in Baden-Württemberg vom 5. bis 10. März telefonisch befragt. Für die CDU spitzt sich die Situation immer mehr zu. Nach 27 Prozent bei der letzten Landtagswahl 2016 und 26 Prozent bei der Umfrage vor einem halben Jahr befinden sich die Südwest-Christdemokraten jetzt auf dem niedrigsten Wert, der jemals bei einem BW-Trend für die Partei gemessen wurde.

Für Manuel Hagel, Generalsekretär der Südwest-CDU, ist vor allem die Situation seiner Partei im Bund für das schlechte Ergebnis verantwortlich. „Die Zahlen für die CDU sind schlecht, da gibt es nichts zu beschönigen. Sie reihen sich leider nahtlos in die bundesweiten Erhebungen der letzten Zeit ein. Jeder Landespartei tut Rückenwind aus Berlin gut, der fehlt uns zur Zeit“, erklärte Hagel. Umso wichtiger sei es, dass sich die CDU im Bund zeitnah gut aufstelle, sagte er mit Blick auf den parteiinternen Wettbewerb um den Bundesvorsitz.

AfD drittstärkste Kraft

Ganz anders die Situation bei den Grünen, die mit Winfried Kretschmann seit 2011 den Regierungschef stellen. „Wir freuen uns sehr über das Vertrauen, das die Menschen in unseren Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann und in grüne Politik setzen“, teilten die Landesvorsitzenden Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand in einer gemeinsamen Erklärung mit. Bei der Umfrage ist die AfD mit 14 Prozent die drittstärkste Kraft vor der SPD mit elf und der FDP mit sieben Prozent. Die Linke, die bislang nicht im Landtag vertreten ist, könnte sich mit fünf Prozent Hoffnungen auf den Einzug ins Parlament machen.

„Drei Prozent mehr als bei der letzten Umfrage – das ist eine erfreuliche Entwicklung. Für die SPD geht es wieder aufwärts“, sagte SPD-Landeschef Andreas Stoch zu den Zugewinnen seiner Partei im Vergleich zur Umfrage im September 2019. Die SPD werde als Motor der nächsten Landesregierung gebraucht, so Stoch weiter. Ähnlich wie bei der letzten Befragung sind zwei Drittel der Befragten mit der grün-schwarzen Landesregierung zufrieden.

Kretschmann bleibt mit einem Zustimmungswert von 73 Prozent – trotz eines Rückgangs von vier Prozentpunkten – der mit Abstand beliebteste Landespolitiker. Seine Herausforderin, CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann, konnte an Ansehen gewinnen. Mit ihrer Arbeit sind 30 Prozent zufrieden – ein Plus von sieben Prozentpunkten.

Trotz vieler Probleme sehen noch 71 Prozent der Befragten die wirtschaftliche Lage positiv, etwa genauso viele blicken optimistisch auf die künftige wirtschaftliche Entwicklung im Südwesten. Allerdings bewerten die aktuelle ökonomische Situation auch 27 Prozent als weniger gut oder schlecht. Das sind zehn Prozentpunkte mehr als im September 2019. Der Umgang des Landes mit dem Coronavirus wird von den Bürgern bislang überwiegend positiv eingeschätzt. 68 Prozent geben an, die Behörden hätten die Situation alles in allem unter Kontrolle.

Eine Mehrheit der Befragten steht mit Blick auf die griechisch-türkische Grenze einem weiteren Zuzug von Flüchtlingen eher kritisch gegenüber. 45 Prozent knüpfen diesen an die Bedingung, dass auch andere EU-Staaten Asylsuchende aufnehmen, 15 Prozent lehnen die Aufnahme grundsätzlich ab. Allerdings sind auch 37 Prozent dafür, dass Baden-Württemberg Asylsuchende aufnimmt, unabhängig von anderen EU-Staaten.

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