Länder

Medien Hessische Beamte zeigen ihren Berufsalltag im Podcast / Junge Leute sollen für den Beruf begeistert werden

„Copcast“ gibt Einblick in Arbeit der Polizei

Archivartikel

Wiesbaden.Vom Polizeihundeführer bis zur Mordkommission, vom Piloten der Fliegerstaffel bis zu den Kollegen der Wasserschutz: Bei der hessischen Polizei gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Wie die Arbeit der Beamten wirklich aussieht, was ihren Alltag ausmacht und warum sie machen, was sie machen – das will jetzt der Podcast „Kugelsicher – der Copcast der Polizei Hessen“ darstellen. Und zwar, so der selbstdefinierte Anspruch: auf authentische und direkte Weise.

„Wir wollen den Menschen in der Uniform zeigen“, erklärt Moderator Marc Wuthe. „Ich behaupte mal, kaum ein Beruf ist vielseitiger, abwechslungsreicher und spannender. Bei der Polizei gibt es über 400 Tätigkeitsfelder.“

Mikrofon statt Pistole

Der 43-Jährige ist im Präsidium Südhessen in Darmstadt tätig. Doch an diesem Tag hat er seinen Arbeitsplatz getauscht. Mit Uniform steht er in einem Wiesbadener Tonstudio hinter dem Mikrofon. „Heute heben wir ab“, sagt Wuthe mit radiotauglicher Stimme. Der Satz ist fast wörtlich zu nehmen. Denn als Gast einer neuen Folge begrüßt er den Leiter der hessischen Fliegerstaffel in Egelsbach, Moritz von Zezschwitz. Das Besondere an seinem Job sei, dass er zwei Berufe ausübe – „die des Polizisten und die des Piloten“, erklärt der 40-Jährige.

Leidenschaftlich berichtet er von der Polizeiarbeit in der Luft. Mal geht es um Unterstützung bei der Löschung eines Waldbrands mal um die Rettung eines Kranführers, der im Führerhaus das Bewusstsein verloren hatte, mal wird ein Räuber gesucht.

Der Podcast richtet sich vor allem an junge Leute, die sich für den Polizei-Beruf interessieren. „Der Wettkampf um die klugen Köpfe ist heute ein anderer, als vor 30 Jahren. Somit ist es wichtig, darzustellen, was der Beruf zu bieten hat“, sagt von Zezschwitz. Ähnlich sieht es Kerstin Kiel von der Nachwuchsgewinnung. „Früher musste man nichts machen, die Bewerber kamen von alleine.“ Vorteil des Podcast sei, dass man die Menschen und ihre Geschichten mit Zeit präsentieren könne. „Bei Instagram muss ja alles eher knapp und schnell sein“, sagt Kiel. Und auch Wuthe betont: Das Podcastformat habe etwas Intimes. Die Arbeit von Polizisten werde zuhauf im Fernsehen, im Kino oder in Büchern dargestellt, aber weniger in Podcasts.

Die erste Folge ging Ende Mai an den Start. Neue Folgen sollen jeden zweiten Samstag auf allen gängigen Podcast-Plattformen wie beispielsweise Spotify oder Deezer veröffentlicht werden. lhe