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Internet Hacker drohen der Stadt Alsfeld mit Blockade von Computern / Kommune konnte Daten sichern / Uni Gießen kämpft noch immer mit Folgen

Cyber-Kriminalität: Gefahr für Gemeinden wächst

Archivartikel

Alsfeld/Frankfurt.Der nächste Cyber-Angriff in Hessen. Diesmal hat es Alsfeld erwischt. Die Stadt aus dem Vogelsberg wird erpresst. Die Drohung: Die Computer in der Verwaltung werden verschlüsselt, wenn Forderungen nach Finanzmitteln nicht erfüllt werden. Opfer von kriminellen Hackern wurden jüngst auch die Städte Frankfurt und Bad Homburg sowie die Uni Gießen.

Wie ist der Ermittlungsstand in Alsfeld?

Die Stadt und die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt konnten noch keine neuen Informationen nennen – oder wollten sich nicht in die Karten schauen lassen. Unklar ist, ob die Stadt gezielt ausgewählt ins Visier der Hacker geraten ist. Datenverluste hat die Kommune nicht zu beklagen. Was gesichert werden sollte, wurde gesichert, erklärte Bürgermeister Stephan Paule (CDU).

Was hat die Stadt nun unternommen?

Die Stadt Alsfeld hat die Server abgeschottet. Die Computer werden überprüft, ehe sie nächste Woche schrittweise wieder ans Netz genommen werden. Eine Fachfirma hilft der nur aus zwei Mitarbeitern bestehenden Fachabteilung. Auswirkungen für die Bürger gibt es nicht: Die telefonische Erreichbarkeit der Verwaltung ist weiter gegeben. Auch die Internetseite ist online. Bürgermeister Paule hat die Cyber-Sicherheit erhöhen lassen.

Wie ist die Lage in Frankfurt, Bad Homburg und an der Uni Gießen?

Die Uni Gießen spricht von einem schwerwiegenden Cyber-Angriff, dessen Opfer sie vergangenen Monat wurde. Auch im neuen Jahr wird es noch wochenlang Einschränkungen geben, so können die meisten Beschäftigten der Verwaltung weiterhin keine E-Mails abrufen. Zu Datenverlusten ist es wohl nicht gekommen. Der Aufwand ist dennoch immens, Tausende Studenten mussten sich neue Passwörter abholen – persönlich. Am Werk war bisherigen Erkenntnissen zufolge eine Schadsoftware namens Ryuk. Dagegen sind Frankfurt und Bad Homburg glimpflich davongekommen. Beide Kommunen fuhren die IT-Systeme Ende Dezember vorsichtshalber herunter. Doch nach wenigen Tagen herrschte Normalbetrieb.

Häufen sich in letzter Zeit die Cyber-Angriffe in Hessen?

Laut hessischer Kriminalstatistik hat Internetkriminalität insgesamt stark zugenommen – im Jahr 2018 waren mehr als 33 000 Fälle erfasst worden, ein Jahr zuvor hatte die Zahl noch unter 20 000 gelegen. Dabei handelte es sich aber nicht nur um Cyber-Angriffe. In rund 84 Prozent der Fälle ging es um Betrugsdelikte.

Der Schaden durch Internetkriminalität wurde nach Angaben des Innenministeriums auf 20 Millionen Euro geschätzt. Allerdings ist gerade bei Cyber-Attacken von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, da nicht alle Betroffenen nach Einschätzung der Justizbehörden Anzeige erstatten. lhe