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Geschichte Areal Stegskopf geht auf NS-Zeit zurück

Denkmal oder Zentrum für Logistik?

Emmerzhausen.Im Streit um die Nutzung des historischen Lagers auf dem Ex-Truppenübungsplatz Stegskopf im Westerwald hoffen Investoren und Kommunen auf einen Kompromiss mit den Denkmalschützern. Die Geschichte der Militärbaracken im Westerwald reicht bis in die NS-Zeit zurück. Nun ist dort unter anderem der Bau eines Logistikzentrums mit mehr als 1000 Jobs geplant. Naturschützer haben schon mit einer Klage gedroht.

Vor der Zuspitzung der Corona-Krise sei in Kürze ein Gespräch mit Dutzenden Beteiligten geplant gewesen, sagt Heinz Dücker, Beigeordneter der Gemeinde Emmerzhausen. Nun stehe der Termin in den Sternen. Ein Historiker des Investors für das Logistikzentrum habe „in Archiven gewühlt und die ganze Geschichte des Lagers zusammengetragen“. Das solle die Basis sein für einen Kompromiss. Der DBU Naturerbe GmbH zufolge reicht die militärische Nutzung des Stegskopfs bis 1914 zurück. Weitere Phasen waren laut der Generaldirektion Kulturelles Erbe (GDKE) Rheinland-Pfalz: 1933 Polizei-Übungslager, 1938 Truppenübungsplatz, 1943 „Reichsausbildungslager“, 1945 Lager für heimatlose Ausländer. 1950 kommen französische Streitkräfte, 1958 die Bundeswehr und 2015/2016 viele Asylbewerber.

Region hofft auf Belebung

Dücker sagt, etwa die Hälfte der rund 60 leerstehenden Baracken sei 1939 bis 1943 gebaut worden. „Aber bei denen ist alles geändert worden, Türen, Fenster, da ist nichts mehr aus der alten Zeit.“ Er hoffe auf einen tragfähigen Kompromiss für den Logistik-Investor. Alle Baracken unter Denkmalschutz zu stellen wäre nicht mehr wirtschaftlich. Mehr Jobs, mehr Gewerbesteuer: Das Logistikzentrum wäre laut Dücker eine riesige Chance für die Region.

Die GDKE hatte 2019 das Lager angesichts der „großzügigen, „städtebaulich“ wohl geordneten Verteilung“ der rund 60 Gebäude plus Freiflächen als „eine für Rheinland-Pfalz einzigartige Anlage“ mit einer „durchdachten räumlichen Konzeption“ bewertet. lrs

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