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Bilanz Vor drei Monaten wurde die Elektro-Autobahn in Südhessen eröffnet / Bisher ein E-Lastwagen regelmäßig unterwegs / Erste Ergebnisse Mitte 2020 erwartet

„Der Fahrer ist total zufrieden“

Langen.Manch ein Autofahrer steht auf der A 5 in Südhessen sicher vor einem Rätsel. Skurril muten auf den ersten Blick auf den äußeren Fahrbahnen Oberleitungen wie im Schienenverkehr an. Die Erklärung ist wenig skurril: Hybrid-Lastwagen mit Stromabnehmern sollen hier Energie tanken, um anschließend umweltschonender ihre Güter zum Ziel zu bringen. Drei Monate nach dem Start des offiziellen Feldversuchs ist jedoch nur selten ein solcher Lastwagen zu sehen.

Bislang ist nach Angaben der projektleitenden Verkehrsbehörde Hessen Mobil erst ein Hybridlaster mit Stromabnehmer unterwegs. Ein bis zwei Mal am Tag sei das Fahrzeug auf der Strecke, sagt Sprecherin Frauke Werner und kündigt an: „Im Herbst soll der zweite Lkw kommen.“ Für Anfang kommenden Jahres sei dann der dritte geplant.

Bis 2022 sollen sich insgesamt fünf dieser vom Nutzfahrzeughersteller Scania entwickelten Fahrzeuge von fünf verschiedenen Speditionen an diesem Test beteiligen. „Valide Daten und Erkenntnisse gibt es noch nicht“, sagt Werner. Das Projekt sei auf vier Jahre angelegt, nach drei Monaten könne man da noch nichts bilanzieren. „Das ist ein Pilotprojekt, das auf der Straße stattfindet und nicht im Labor.“ Zudem sei der Lastwagen auch routinemäßig mal in der Werkstatt gewesen. Mit einer ersten Zwischenauswertung sei möglicherweise Mitte kommenden Jahres zu rechnen. „Der Fahrer ist total zufrieden“, sagt die Geschäftsführerin der Spedition Schanz, Kerstin Seibert, über die Erfahrungen des Truckers. Vor allem sei er begeistert, dass es so leise ist mit dem E-Antrieb. „Der Weg ist der richtige“, ist sie überzeugt.

Klima- und lärmschonend

Das Unternehmen aus Ober-Ramstadt bekam für den Test den ersten Lastwagen. Der Startschuss für den ersten deutschen E-Highway fiel Anfang Mai auf der vielbefahrenen A 5 zwischen Langen und Weiterstadt. Bei dem Pilotprojekt wird geprüft, ob die Oberleitungstechnik für Deutschland tauglich ist und ob so klima- und lärmschonend Güter auf der Straße transportiert werden können. In Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein soll es weitere Feldversuche geben. Für die drei Tests baut die VW-Tochter Scania insgesamt 15 der Hybridlaster.

Mit dem Projekt Elisa – das ist die Kurzform für elektrifizierter, innovativer Schwerverkehr auf Autobahnen – sollen nun alle Daten gesammelt werden, die für einen späteren Ausbau des Systems in Deutschland relevant sein könnten. Die Macher sehen es keinesfalls als eine Konkurrenz zum Güterverkehr auf der Schiene. lhe