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Wetter Hunderte Einsatzkräfte nach Starkregen in Hessen vor Ort / Auch Bayern und Niedersachsen betroffen

Der Sommer legt eine Pause ein

Feldatal/Offenbach.Heftige Frühlingsgewitter haben am Sonntagabend über Mittel- und Osthessen getobt. Einsatzkräfte und Anwohner kämpften gegen Wasser, Schlamm und Geröll. „Von 20.30 bis 22.30 Uhr hatten die Rettungskräfte im Vogelsbergkreis unheimlich viel zu tun“, sagte ein Sprecher der Polizei in Fulda. Die Unwetter trafen ganz lokal einzelne Gemeinden. Die Feuerwehr berichtete am Morgen von 126 Einsätzen, fast 700 Einsatzkräfte waren vor Ort. Verletzte gab es aber nicht.

Mit am stärksten betroffen waren die Orte Grebenhain und Feldatal. Mehrere Autos wurden von Wassermassen und Schlammlawinen mitgerissen, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums Osthessen berichtete. In Feldatal wurde ein Auto vom Wasser gegen eine Hauswand geschleudert. In Lautertal wurde eine Straße auf 30 Metern Länge von einer Schlammlawine überspült, ein Fahrzeug wurde von der Straße gespült.

Im Feldataler Ortsteil Köddingen wurde eine komplette Baustelle einschließlich Baumaterial weggefegt, als sich eine Flutwelle durch den Ort schob. Das Dorf war am Abend fast von der Außenwelt abgeschlossen. „Das wird eine lange Nacht“, sagte Feldatals Gemeindebrandinspektor Rüdiger Klaus am Abend.

Ein Geröllabgang an einem Bahnübergang stoppte am Abend den Zugverkehr in Rülfenrod. In Ilbeshausen schlug ein Blitz in ein Wohnhaus ein, es wurden aber nur Dachziegel getroffen, kein Brand entstand. Verletzte gab es nach ersten Erkenntnissen nicht. Die Aufräumarbeiten waren noch nicht überall beendet, in Feldatal war auch gestern noch eine Straße unpassierbar.

Überflutete Keller am Muttertag

In mehreren Orten stand das Wasser bis zu einem Meter hoch in den Straßen, zum Beispiel in Nösberts-Weidmoos. An einer Bundesstraße wurden mit Sandsäcken, Schotter, Strohballen und einem Misthaufen Wasserbarrieren errichtet. Ein Wohnmobil wurde von der Feuerwehr mit einem Quad aus den Fluten gelotst. „So etwas habe ich in meiner 25-jährigen Dienstzeit bei der Feuerwehr noch nicht erlebt“, sagte Grebenhains Gemeindebrandinspektor Mario Henning.

Am Ortsschild von Ermenrod schwappten Schlamm und Wasser über die Fahrbahn. Mit Frontladern, Schaufeln und Besen räumten Feuerwehrleute die Straße frei. In der Gemeinde Gemünden wurde das Feuerwehrhaus von Otterbach überschwemmt. Mit Sandsäcken und Holzbarrieren versuchten die Feuerwehrleute, den örtlichen Bach im Zaum zu halten.

Die Feuerwehr im Kreis Marburg-Biedenkopf zählte 85 Einsätze. Keller und Tiefgaragen liefen voll, Bäume stürzten um. Die Einsatzkräfte mussten weit mehr als 50 Mal ausrücken. Auch hier waren Straßen überflutet und Keller vollgelaufen. „Zum Glück gab es aber keine Personenschäden“, sagte ein Sprecher der Leitstelle. Mit dem Mai-Sommerwetter ist es kurz vor Pfingsten größtenteils erstmal vorbei. Am Sonntagabend tobten über Hessen, Niedersachsen und Bayern heftige Frühlingsunwetter. Für gestern wurde im Süden vor Hagel, Sturm und Starkregen gewarnt. Und in den kommenden Tagen soll es insgesamt in Deutschland deutlich kühler und wechselhaft werden, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) gestern ankündigte.

Am Muttertag liefen im niedersächsischen Osnabrück Keller voll, Straßen wurden überflutet. Blitzeinschläge sorgten im Nordwesten für Brände, die Bahnstrecke zwischen Osnabrück und Oldenburg musste wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. Die Autobahn 30 bei Lotte wurde nach einem Gewitterschauer komplett überflutet. Das Seaside Festival in Aurich wurde wegen des Unwetters abgebrochen, so dass das Abschlusskonzert von Komiker Otto Waalkes ausfiel. Die rund 5000 Besucher mussten das überschwemmte Areal verlassen. In Mittel- und Osthessen gab es am Sonntagabend ebenfalls Blitz, Donner und Starkregen, vor allem der Vogelsbergkreis bei Fulda war betroffen. Straßen standen unter Wasser, Keller liefen voll, Schlamm wälzte sich Abhänge herunter. lhe