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Umweltverschmutzung Zahl der Fälle nimmt zu

Der Wald wird zur Müllkippe

Archivartikel

Kassel/Friedrichsdorf.Kühlschrank, Zigarettenautomat, Öltank: In Hessens Wäldern landet regelmäßig illegaler Abfall. „Das ist ein Dauerthema“, sagt Christian Raupach, Direktor des hessischen Waldbesitzerverbands. Auch die Forstverwaltung Hessen Forst kennt das Problem. Die Zahl der Fälle nehme offensichtlich zu, erklärte Sprecherin Michelle Sundermann. Belastbare Daten fehlen aber, da die Fälle und Mengen nicht zentral erfasst werden.

Dass es Hunderte Tonnen sind, ist sicher: Im vergangenen Jahr fand ein Förster bei Wiesbaden 230 Tonnen Bauschutt im Wald. In Dreieich (Kreis Offenbach) entdeckte ein Spaziergänger einen Berg Bauschutt. Bei Eppertshausen (Landkreis Darmstadt-Dieburg) wurden vier tonnenschwere Betonklötze gefunden. Im nordhessischen Korbach entsorgten Unbekannte Müll und Altöl. Einer der jüngsten Vorfälle: Vergangene Woche wurden mehrere Öltanks in einem Waldgelände bei Dillenburg (Lahn-Dill-Kreis) gefunden.

Die rechtliche Bewertung der illegalen Ablagerungen hängt von der Müllart, den Folgen für die Umwelt und dem Ablageort ab. „Bei Grünabfällen handelt es sich im Regelfall um eine Ordnungswidrigkeit, es sei denn es werden größere Mengen von Grünabfällen abgelagert, die Folgen für Oberflächen- oder Grundwasserleiter haben können“, so Hessen Forst-Sprecher Sundermann. In solchen Fällen können auch der Tatbestand einer Straftat erfüllt sein. Aufgeklärt werde nur ein kleiner Teil der Fälle, weil sich der Müll nicht so oft zu einem Verursacher zurückverfolgen lasse. Wo der Abfall liegt, wissen Waldbesitzer und Förster meist genau: „Überall, wo wir Wanderparkplätze und Zugänge zum Wald haben, sind neuralgische Punkte“, sagt Raupach. lhe