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Luftverkehr Flugzeuge leeren über Rheinland-Pfalz häufig ihre Tanks / Land wegen Nähe zum Frankfurter Flughafen häufig betroffen

Deutlich mehr Kerosin abgelassen

Archivartikel

Mainz.Mit nachgerüsteten Messstationen und Zusatzgeräten will die rheinland-pfälzische Landesregierung auf die Sorgen von Einwohnern und Kommunen über das Notablassen von Flugzeug-Kerosin eingehen. „Die Ablässe von überschüssigem Kerosin über Rheinland-Pfalz haben bei vielen Bürgern zu großen Sorgen und in vielen Räten zu Resolutionen geführt“, sagte Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Mainz. Mit den Messstationen im Pfälzerwald, aber auch im Hunsrück und in der Westpfalz könne die Landesregierung die Luftqualität im möglichen Überfluggebiet besser überwachen.

„Gerade im vergangenen Jahr haben die Treibstoffablässe deutlich zugenommen“, sagte Höfken. Dem Ministerium zufolge setzten Flugzeuge allein zwischen 2016 und November 2018 rund 590 Tonnen Kerosin über dem Bundesland frei. Neben der Messstation im Pfälzerwald wurden nun die Stationen in der Westpfalz und im Hunsrück nachgerüstet. Damit sind in möglichen Ablassgebieten drei Detektoren aktiv, die Kohlenwasserstoffverbindungen in der Luft messen können.

Folgen unklar

„Bisher sind die Messwerte unauffällig und typisch für den ländlichen Raum, das ist eine gute Nachricht. Aber wir werden das natürlich weiter beobachten“, sagte Höfken. Die Landesregierung hatte im Oktober mit einer Bundesratsinitiative mehr Transparenz zum „Fuel Dumping“ (Treibstoffablassen) erreicht. „Damit soll der Informationsfluss über erfolgte Ablassereignisse für die Bürger und die Überwachungsbehörden verbessert werden.“

Flugzeuge lassen in Notlagen Treibstoff ab, um mit weniger Gewicht sicher zu landen. Die Flugsicherung teilt ihnen Flughöhen und Gebiete zu. „Fuel Dumping“ ist vor allem ein Problem im südlichen Rheinland-Pfalz. Das Bundesland ist wegen der Nähe zum Frankfurter Flughafen häufig betroffen.

Kritiker fordern mehr Transparenz. So sei unklar, welche Folgen das Ablassen für Gesundheit und Umwelt hat. Auch veröffentlichten die Flugsicherheitsdienste Zahlen nur auf Anfrage und nähmen keine eigenen Messungen vor. Mehr als 78 000 Menschen fordern in einer Online-Petition die Landesregierung und die Deutsche Flugsicherung dazu auf, das Ablassen von Treibstoff binnen 24 Stunden bekannt zu geben.

„Die Nachrüstung von zwei weiteren Messstationen ist eine von vielen Maßnahmen“, sagte die Ministerin. Die Landesregierung habe bei der Umweltministerkonferenz 2017 erreicht, dass die Bundesregierung die bisherige Einschätzung von Gutachtern – dass Kerosinablässe für die Umwelt und den Menschen unbedenklich seien – neu bewerten lasse.