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Soziales Bislang erst zwei Anträge in Rheinland-Pfalz

Diverses Geschlecht selten gefragt

Mainz.Der neue Geschlechtseintrag für intersexuelle Menschen ist in Rheinland-Pfalz bislang wenig nachgefragt. In Bad Neuenahr-Ahrweiler haben zwei Menschen beantragt, ihr Geschlecht in „divers“ zu ändern, wie eine Umfrage bei Standesämtern ergab. Vier Menschen beantragten danach, ihren Geschlechtseintrag zu streichen: einer in Kaiserslautern und drei in Trier. Ein Grund für die Zurückhaltung könne die Furcht vor weiterer Diskriminierung sein, sagte Esther Lau, Vorstandsmitglied im Verein „Queer Mittelrhein“. Einige Menschen mehr nutzten das neue Gesetz jedoch, um ihr Geschlecht von männlich in weiblich oder von weiblich in männlich zu ändern – je zwei in Neuwied, Trier und Zweibrücken.

Parlament entschied 2018

Der Bundestag hat die Einführung des neuen Geschlechtseintrags Mitte Dezember 2018 beschlossen – verkürzt ist in diesem Zusammenhang oft vom „dritten Geschlecht“ die Rede. Das Parlament setzte eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts um. Eine Kampagnengruppe um die intersexuelle Vanja aus Leipzig hatte geklagt.

Bei intersexuellen Menschen sind die Geschlechtsmerkmale nicht eindeutig ausgeprägt. Die Schätzungen zur Zahl der Betroffenen gehen stark auseinander. Das Bundesverfassungsgericht berief sich 2017 in seinem Beschluss zum Thema auf eine Quelle, derzufolge es bundesweit etwa 160 000 Intersexuelle geben könnte. lrs