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Rheinland-Pfalz Marlon Bröhr gegen Christian Baldauf

Duell um die CDU-Spitze

Archivartikel

Simmern.In der rheinland-pfälzischen CDU kommt es zu einem Duell: Neben Fraktionschef Christian Baldauf aus Frankenthal greift auch Rhein-Hunsrück-Landrat Marlon Bröhr (Bild) nach der Spitzenkandidatur für die Landtagswahl 2021.

Der 45-jährige Christdemokrat bestätigte am Dienstag in Simmern entsprechende Spekulationen. Er wolle sich beim Landesparteitag am 16. November in Neustadt an der Weinstraße um die Spitzenkandidatur bewerben.

Über den Antrag auf Mitgliederentscheid stimmt laut einer CDU-Sprecherin der Landesparteitag am 16. November ab. Scheitert dieser Vorstoß, folgt die Kür des Spitzenkandidaten. Erhält der Antrag eine Mehrheit, kommt es zunächst nicht zur Wahl des Spitzenkandidaten, sondern erst zur Mitgliederbefragung.

Einsatz für schwache Kommunen

Bröhr sagte, als Ministerpräsident würde er sich für ein Verschieben von 500 Millionen Euro Landesmittel zugunsten klammer Kommunen einsetzen. Die Gemeinden brauchten dringend mehr Geld für Kindergärten, Gewerbegebiete und Kulturangebote. Regieren würde er am liebsten in einer Koalition mit den Grünen. Zugleich sprach er sich für einen Mitgliederentscheid in der CDU bei der Kür des Spitzenkandidaten aus. Der als bodenständig geltende Frankenthaler Baldauf (52) war bereits im Juni vom CDU-Landesvorstand einstimmig für diese Rolle nominiert worden. Der gelernte Zahnarzt Bröhr gilt eher als politischer Außenseiter ohne breite Machtbasis in der Landespartei, der aber rhetorisches Talent und einen guten Draht zu Bürgern hat.

Bröhr sagte, er will erreichen, dass die CDU nach drei Jahrzehnten endlich wieder eine Landtagswahl gewinnt. Er hob seine langjährigen Erfahrungen als einstiger Bürgermeister und heutiger Landrat hervor: „Ich bin kein Politiker aus dem Landtag.“ Er habe „tagtäglich die Praxis vor Augen“. Mit den früheren von der CDU verlorenen Landtagswahlen habe er nichts zu tun. Mit Blick auf Baldauf sagte Bröhr: „Ich schätze ihn sehr, ich mag ihn sehr, aber wir wollen beide das Gleiche.“