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Literatur Frankfurt liest Familienepos „Westend“

Ein Fest mit Mosebach

Frankfurt.Von Ausstellungen über Lesungen bis zu Stadtführungen: Frankfurt widmet sich vom 6. bis 19. Mai mit fast 90 Veranstaltungen Martin Mosebachs Roman „Westend“. Das Familienepos über die Nachkriegszeit in dem gutbürgerlichen Frankfurter Stadtteil wurde für die Reihe „Frankfurt liest ein Buch“ ausgewählt. Zum zehnten Mal wird das Lesefest in Frankfurt und Umgebung gefeiert.

Schwerpunkt wird das Thema Architektur und Städtebau inklusive der Gentrifizierung – der Verdrängung angestammter Wohnbevölkerung – sein. Dies kündigten die Organisatoren gestern an. Mosebach beschäftigt sich im Roman mit dem Wiederaufbau und dem beginnenden Immobilien-Spekulantentum im Westend. In der Studentenbewegung, die im Buch kein Thema ist, wurde das Viertel durch den Häuserkampf bundesweit bekannt.

Sechs Jahre Arbeit

Büchner-Preisträger Mosebach ist im Westend aufgewachsen. Der Roman wurde beim Erscheinen 1992 noch wenig beachtet. Mosebach, der an dem fast 1000 Seiten umfassenden Buch sechs Jahre arbeitete, zählt es zu seinen wichtigsten Werken.

Mosebach, der in Frankfurt wohnt und seiner Geburtsstadt auch kritisch gegenübersteht, beteiligt sich an mehr als 20 Veranstaltungen. Frankfurts Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) nannte das Lesefest „eine Forschungsreise in die eigene Stadt“. Im vergangenen Jahr stand Anna Seghers Roman „Das siebte Kreuz“ im Mittelpunkt. lhe (BILD: dpa)