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Betrug Vermeintlicher Magier wehrt sich gegen Haftstrafe

Einigung in Sicht

Kassel.Der Prozess gegen einen selbst ernannten Magier und Wahrsager in Kassel muss möglicherweise nicht komplett neu aufgerollt werden. Beim Auftakt gestern vor dem Landgericht deutete sich eine Einigung an: Der 69-jährige Angeklagte könnte seine Berufung auf eine Überprüfung des Strafmaßes beschränken und mit einer milderen Strafe davon kommen. 2015 war er zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er eine psychisch angeschlagene Frau finanziell ausgebeutet haben soll.

Die angeblichen hellseherischen Kräfte haben den Mann aber offenbar verlassen: Für eine Entscheidung erbaten sich Angeklagter und Rechtsanwalt eine Woche Bedenkzeit. Zuvor hatte die Verteidigung noch erklärt, ihr Ziel sei ein Freispruch. Doch ohne Einigung könnte am Ende sogar eine höhere Strafe stehen, sagte der Staatsanwalt.

Im Jahr 2000 war der Kontakt zwischen dem vermeintlichen Magier und dem Opfer zustande gekommen. Die Frau aus einer wohlhabenden Familie war durch mehrere Todesfälle psychisch schwer angeschlagen. Ihre Ehe war zerbrochen. Laut dem Gericht nutzte der Wahrsager die seelische Notlage der Frau aus. Es entwickelte sich ein Hörigkeitsverhältnis. Der Mann habe vorgegeben, die Frau und ihre Familie vor Unheil schützen zu können - mit Ritualen. Im Gegenzug habe die Frau dem angeblichen Magier immer wieder Bargeld übergeben. lhe