Länder

Bündnis Strukturschwache Regionen sollen gestärkt werden

Einsatz für den ländlichen Raum

Archivartikel

Bad Homburg.In der Stadt drängen sich die Menschen, es herrscht Wohnungsnot – gleichzeitig verwaisen immer mehr Dörfer. Um diese ungünstige Entwicklung zu stoppen, haben sich über 20 Verbände und Organisationen zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen – besonders mit Blick auf die kommende Landtagswahl am 28. Oktober. „Ein „Weiter so“ darf es aus unserer Sicht nicht geben“, sagte der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, bei der Vorstellung des Aktionsbündnisses Ländlicher Raum gestern in Bad Homburg.

Denkmalschutz lockern

Wenn es nach dem Bündnis geht, soll den Menschen auf dem Land alles geboten werden, was sie für ein gutes Leben brauchen: genügend Einkaufsmöglichkeiten, Kinderbetreuung und Schulen, ärztliche Versorgung, ein gut ausgebauter öffentlicher Nahverkehr, ein Handynetz ohne Funklöcher – und natürlich Arbeitsplätze. Das wichtigste Stichwort lautet hier: Digitalisierung. Das Aktionsbündnis fordert ein schnelles Internet in den ländlichen Gebieten. Das käme den Firmen zugute, zudem könnten so Home-Office-Arbeitsplätze geschaffen werden, lauten die Argumente. Ein weiterer Vorteil: Diese Menschen müssten nicht mehr pendeln, die Straßen würden entlastet.

Weitere Ideen des Bündnisses, um Anreize für das Leben auf dem Land zu schaffen: Der Denkmalschutz solle gelockert werden, so könnten Dorfkerne neu besiedelt werden, hieß es. Insgesamt dürften behördliche Auflagen den Menschen das Leben nicht unnötig schwer machen – das gelte auch für Ärzte. Wenn ein Landarzt jeden Hausbesuch rechtfertigen müsse, locke das niemanden.

Und natürlich soll auch Geld in die Dörfer und kleinen Städte fließen. „Im Rahmen des Finanzausgleichs sollten die Kommunen mehr bekommen“, sagte Siegfried Bauer von der Hessischen Akademie der Forschung und Planung im ländlichen Raum. Christoph von Eisenhart Rothe von der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald forderte „ein Konjunkturprogramm für das Land. Da soll sich die Politik mal Gedanken machen“. Es ärgere ihn, wenn Politiker die Planung eines neuen Frankfurter Stadtteils und die damit verbundene Vernichtung von landwirtschaftlich wertvollem Boden als positive Entwicklung darstellten. Auch dies ist eine Forderung des Bündnisses: die Eindämmung des Flächenverbrauchs. lhe