Länder

CDU Spitzenkandidatin nennt Grüne „wirtschaftsfeindlich“

Eisenmann attackiert Hermann

Stuttgart.Susanne Eisenmann, Spitzenkandidatin der baden-württembergischen CDU für die Landtagswahl 2021, kritisiert die Aussage von Grünen-Verkehrsminister Winfried Hermann, es sei nicht nötig, dass sich in Baden-Württemberg noch mehr Automobilkonzerne ansiedelten. „Ich finde die Aussage von Verkehrsminister Hermann überheblich. Sie zeigt, wie innovations- und wirtschaftsfeindlich und auch wie wenig zukunftsorientiert die Grünen sind“, sagt Eisenmann.

Die Haltung ihres Kabinettskollegen sei gerade mit Blick auf die aktuellen Transformationsprozesse in der Autoindustrie absolut unvereinbar mit den Interessen des Landes, so Eisenmann. „Wir müssen immer ein Interesse daran haben, dass sich Unternehmen aus der Automobil- und Zuliefererbranche ansiedeln. Das ist schließlich unsere Kernindustrie“, sagt die CDU-Politikerin.

„Waren nicht scharf auf Tesla“

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hingegen hadert nicht damit, dass sich Tesla mit seiner geplanten Fabrik für Brandenburg und nicht etwa für Baden-Württemberg entschieden hat. „Besonders scharf waren wir jetzt auch nicht darauf“, sagte er am Mittwoch auf einer Diskussionsveranstaltung mit dem Vorstandsvorsitzenden der Daimler AG, Ola Källenius. „Ökonomisch gesprochen ist es eher problematisch, dass es so einseitig im Ballungsraum Stuttgart am Automobil hängt. Und daher brauchen wir nicht noch mehr Automobilindustrie“, erklärte Hermann.

Auch in diesem Punkt ist seine CDU-Kollegin anderer Meinung. „Ich hätte eine Ansiedlung von Tesla befürwortet. Das wäre gut gewesen für den Standort Baden-Württemberg“, so Eisenmann.

Das Staatsministerium von Ministerpräsident Winfried Kretschmann reagiert verwundert auf Eisenmanns Äußerungen. „Wir freuen uns für Brandenburg. Aber natürlich hätten wir das Tesla-Werk gerne in Baden-Württemberg gehabt. Wirtschaftsministerium und Staatsministerium haben schon sehr frühzeitig Kontakt mit dem Tesla-Management aufgenommen und die Vorzüge des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg mit seinen vielen qualifizierten Zulieferern und der guten Infrastruktur dargelegt“, erklärt Regierungssprecher Rudi Hoogvliet. Der Südwesten sei gut im Rennen gelegen. „Der große Flächenbedarf für die Tesla-Anlage hat sich jedoch als Hindernis herausgestellt – Brandenburg ist da deutlich leerer und hat mehr Platz zur Verfügung“, so Hoogvliet. (mit dpa)

Zum Thema