Länder

Bildung Gewerkschaft spricht von Populismus

Eisenmann fordert Zentralabitur

Archivartikel

Stuttgart.Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) vollzieht eine Kehrtwende von der Gegnerin zur Fürsprecherin eines Zentralabiturs. Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre solle ein bundesweites Zentralabitur eingeführt werden, forderte die CDU-Politikerin. Vor zwei Jahren noch war sie, damals Präsidentin der Kultusministerkonferenz, strikt dagegen gewesen. Ein Einheitsabitur hatte sie im März 2017 noch als „gar nicht denkbar“ und auch als „falschen Weg“ bezeichnet.

Anlass sei das Vorhaben des Bundes, einen Nationalen Bildungsrat einzurichten, teilte das Ministerium am Dienstag mit. „Wir brauchen kein zusätzliches beratendes Gremium, das bedrucktes Papier ohne verbindliche Wirkung produziert“, so Eisenmann. Die Länder müssten Vergleichbarkeit herstellen. „Das diesjährige Abitur hat gezeigt, dass wir sehr weit entfernt davon entfernt sind. Wenn einzelne Länder die Benotung anpassen, weil die Aufgaben zu schwer waren, dann ist es Zeit, dass wir uns ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen.“ Sie plädiert für einen Staatsvertrag, in dessen Rahmen sich Länder auf ein Zentralabitur verständigen sollen.

Kritiker fürchten, dass die Qualität auf der Strecke bleiben würde. Ralf Scholl, Chef des Landesphilologenverbandes: „Bisher hat jeder Versuch einer Vereinheitlichung zu einer Niveau-Absenkung geführt.“ Die Bildungsgewerkschaft GEW warf Eisenmann „Populismus“ vor.