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Landtagswahl Umfrage sieht Grüne klar vor CDU

Eisenmann verliert an Zustimmung

Stuttgart.Fünf Monate vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg verliert die CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann an Zustimmung. In einer am Donnerstag veröffentlichten Umfrage des Instituts Infratest dimap überzeugt Eisenmann nur 24 Prozent aller Befragten. Das sind fünf Prozentpunkte weniger als im April. Vier von zehn Befragten gaben an, die Kultusministerin nicht zu kennen. Dagegen hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) nur leicht verloren und bekommt von 77 Prozent (-1) der Teilnehmer ein positives Zeugnis. 66 Prozent favorisieren den Amtsinhaber als Regierungschef. Vom Rückgang um 3 Prozentpunkte bei Kretschmann profitiert die CDU-Herausforderin nicht, die sich unverändert 13 Prozent der Befragten als Ministerpräsidentin wünschen.

Wäre am Sonntag die Wahl in Baden-Württemberg, gingen nach dieser Umfrage die Grünen als Sieger durchs Ziel. Sie kämen auf unverändert 34 Prozent, die CDU würde sich leicht verschlechtern und läge bei 29 Prozent. SPD und AfD hätten beide 11 Prozent, die FDP unverändert 6 Prozent.

Widersprüchliche Umfragen

Zum umgekehrten Ergebnis war das Institut Insa vor vier Wochen im Auftrag von „Bild“ gekommen. Da lag die CDU mit 31 Prozent klar vor den Grünen, die 28 Prozent erreichten. Bei den Oppositionsparteien gibt es dagegen nur kleine Unterschiede. Auch bei den Frühjahrsumfragen waren die Meinungsforscher beider Häuser in repräsentativen Umfragen zu ähnlich widersprüchlichen Ergebnissen gekommen.

CDU-Generalsekretär Manuel Hagel machen die Widersprüche Hoffnung. „Die Umfragen sind derzeit sehr unbeständig“, sagt er. Zugleich gibt Eisenmanns Wahlkampfmanager seine Enttäuschung zu: „Mit 29 Prozent sind wir natürlich nicht zufrieden. Da geht deutlich mehr.“ Die Grünen–Landeschefs Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand sehen starken Rückenhalt für Kretschmann und Rückenwind für den Klimaschutz. SPD-Landeschef Andreas Stoch will „jetzt noch deutlicher machen, dass nur die SPD in einer zukünftigen Regierung die nötige Tatkraft mitbringt“.

Die Wähler sind allerdings mit der grün-schwarzen Regierung ziemlich zufrieden. 67 Prozent der Befragten sehen die Arbeit der Koalition positiv, das ist der höchste Wert der Legislaturperiode. Das denken auch sieben von zehn SPD-Anhängern. Dagegen sind 74 Prozent der AfD-Wähler weniger oder gar nicht zufrieden mit der Regierung.

In der Umfrage im Auftrag von SWR und „Stuttgarter Zeitung“ blicken die Baden-Württemberger wieder etwas optimistischer auf die Folgen der Corona-Pandemie: Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung machen sich aktuell 42 Prozent der Befragten, im April waren es noch 56 Prozent.

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