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Diesel Wiesbaden versucht, Fahrverbote zu umgehen

Elektrobusse als Strategie

Wiesbaden.Mit Elektrobussen und besseren Bedingungen für Radfahrer will Wiesbaden ein Diesel-Fahrverbot wie in Frankfurt noch abwenden. Alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung hätten am Donnerstagabend einem Maßnahmenpaket für saubere Luft als Vorlage des Regierungsbündnisses von CDU, SPD und Grünen zugestimmt, sagte ein Stadtsprecher gestern. Die FDP habe sich enthalten.

Verkehr nach außen verlagern

Wie Frankfurt hat die Deutsche Umwelthilfe in Hessen noch die Städte Wiesbaden, Darmstadt und Offenbach wegen der nicht eingehaltenen EU-Grenzwerte für saubere Luft verklagt. Wiesbaden blicke allerdings mit verhaltenem Optimismus der Verhandlung am 19. Dezember entgegen, sagte Wiesbadens Umweltdezernent Andreas Kowol (Grüne) der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die Situation in Frankfurt sei nicht mit der in Wiesbaden vergleichbar: Anders als Frankfurt habe Wiesbaden eine „offensive Strategie“ verfolgt, um die Richter von den Anstrengungen zu überzeugen.

Nach der Zustimmung des Stadtparlamentes werde Wiesbaden damit beginnen, den Verkehr in Randbezirke zu verlagern, Busse auf Elektro umzurüsten und das Radnetz auszubauen, sagte Kowol. Zudem sollen neue Parkplätze geschaffen werden, um mit öffentlichen Verkehrsmitteln in die Stadt zu gelangen. Der Verkehr soll daneben intelligenter gelenkt werden. „Das Gericht wird sich der Ernsthaftigkeit, mit der wir Mobilität in Wiesbaden neu organisieren und damit ein Dieselfahrverbot abwenden wollen, nicht verschließen können“, sagte Kowol. lhe