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Justiz Akte des Ex-Verteidigers soll beschlagnahmt werden

Emotionaler Appell der Witwe

Frankfurt.Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat die Witwe des getöteten CDU-Politikers am Montag als Zeugin vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt ausgesagt. Dabei appellierte Irmgard Braun-Lübcke eindringlich an die Angeklagten, die volle Wahrheit über die Tat zu sagen und der Familie über die letzten Minuten des Lebens von Lübcke Auskünfte zu geben. Dies könne ihnen „vielleicht helfen, alles etwas besser zu verarbeiten“. „Das hat auch unser Leben zerstört“, sagte Braun-Lübcke über die Folgen der Tat für die Familie.

Der wegen des Mordes an dem CDU-Politiker angeklagte Stephan E., der zunächst jeden Blickkontakt vermieden hatte, wischte sich wiederholt die Augen. „Es tut mir leid, es tut mir unendlich leid“, sagte er mit brechender Stimme und sah Braun-Lübcke dabei ins Gesicht.

Zweifel über Anwesenheit

Zuvor ging es um mögliche Erkenntnisse des früheren Verteidigers des Hauptangeklagten Stephan E.. Dieser hatte die Aufhebung des Haftbefehls für den wegen Beihilfe angeklagten Markus H. in einer E-Mail an den Sprecher der Familie Lübcke als Fehlentscheidung bezeichnet. Der Anwalt der als Nebenkläger auftretenden Familie beantragte vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt die Beschlagnahmung der Handakte des früheren Anwalts, um Passagen auszuwerten.

Sowohl die Bundesanwaltschaft als auch der Verteidiger von E. unterstützten den Antrag. Markus H. war im Oktober aus der Untersuchungshaft entlassen worden, da das Gericht angesichts der verschiedenen Aussagen von E. über eine angebliche Anwesenheit von H. am Tatort Zweifel an der Richtigkeit der Schilderungen erkennen ließ. In dem Prozess ist er weiterhin wegen Beihilfe angeklagt. Er soll Ernst politisch beeinflusst haben. Die Anklage geht von einem rechtsextremistischen Motiv des Mordes an Lübcke aus.

Auch mehrere Sachverständige sagten vor Gericht aus, unter anderem ein Waffenexperte des hessischen Landeskriminalamts. lhe