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Enge Straßen ohne Müllautos

Archivartikel

In hessischen Gemeinden müssen Bürger ihre Abfalltonnen zu Sammelplätzen schieben, damit Müll entsorgt wird. Grund ist eine Regelung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung von 2016. In mehreren Kommunen mussten enge Straßen für Rückwärtsfahrten der Müllwagen gesperrt werden. In Frankfurt ist das laut Stadt in 265 Straßenabschnitten nötig, in Darmstadt in einem Dutzend.

„Das ist kein Problem“, sagt ein Junge aus einer engen Gasse im Darmstädter Stadtteil Eberstadt. Und eine Nachbarin meint: „Besser so, als dass sie uns zuparken, wenn der Müllwagen reinfährt.“ Der stadteigene Entsorger EAD bietet laut eines Sprechers einen Abholservice an, der aber zusätzlich Geld kostet.

Sind in Darmstadt oder auch teilweise in Gießen die Hausbewohner in der Bringpflicht, bietet Frankfurt laut des Entsorgers FES den „Full Service“. Dort müssen Menschen die Tonnen nicht selbst bereitstellen. Entweder holen sie Mitarbeiter oder die Tonnen werden mit kleineren Fahrzeugen geholt.

„Bei allen Rückwärtsbewegungen eines Abfallsammelfahrzeugs können Gefahrensituationen mit hohen Risiken entstehen“ , heißt es in den gesetzlich bindenden Regelungen. Laut FES kam es in Deutschland in den vergangenen Jahren immer wieder zu tödlichen Unfällen. lhe