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Gericht Handgemenge bei Kandeler Mordprozess

Ermittlungen eingestellt

Frankenthal.Der wegen Mord an seiner Ex-Freundin Mia in Kandel verurteilte Abdul D. muss wegen eines Handgemenges während des Prozesses nicht noch einmal vor Gericht. Die Justiz habe die Ermittlungen endgültig eingestellt, teilte die Staatsanwaltschaft in Frankenthal (Pfalz) gestern mit. Bei dem Zwischenfall an einem Prozesstag im Gericht in Landau am 17. August 2018 waren zwei Beamte leicht verletzt worden. Ein Verfahren wäre sehr aufwendig und eine höhere Strafe fraglich gewesen, sagte ein Justizsprecher.

Zu Boden gestürzt

Die Staatsanwaltschaft sprach von einem „abrupten Gewaltausbruch“. Demnach war der Angeklagte während einer Aussage von Mias Mutter „hochgradig erregt“ aufgesprungen und bei einem Gerangel zusammen mit Vollzugsbeamten zu Boden gestürzt. Die Ordnungshüter seien nicht erheblich verletzt worden, zudem sei ein möglicher Vorsatz fraglich, sagte der Sprecher. Die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aufgrund Paragraf 154 Strafprozessordnung eingestellt. In dem Paragrafen ist die Teileinstellung bei mehreren Straftaten geregelt.

In dem Prozess war der vermutlich aus Afghanistan stammende Flüchtling wegen einer tödlichen Messerattacke auf seine 15 Jahre alte Ex-Freundin im Dezember 2017 zu acht Jahren und sechs Monaten nach Jugendstrafrecht verurteilt worden. lrs