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Pandemie Welle der Corona-Infektionen rollt auf Krankenhäuser zu / Gesundheitssystem strukturiert Häuser und Verteilung um / 124 Patienten werden beatmet

Erste Kliniken verschieben planbare Operationen

Archivartikel

Eschborn/Offenbach.Angesichts der steigenden Corona-Zahlen in Hessen ist die Situation in den Kliniken zunehmend angespannt. „Die Kapazitäten sind momentan noch ausreichend, aber die Krankenhäuser sehen, was auf sie zukommt“, sagte der Geschäftsführende Direktor der Hessischen Krankenhausgesellschaft, Steffen Gramminger. Die Welle komme mit 12 bis 14 Tagen Verzögerung in den Kliniken an.

Erste Krankenhäuser in Hessen würden bereits planbare Operationen verschieben. „Mir sind einzelne Kliniken bekannt, die versuchen, sich dadurch etwas Luft zu verschaffen.“ Gramminger betonte, dass es ausschließlich um nicht dringende Eingriffe gehe, wo eine Verzögerung medizinisch vertretbar sei. „Schwerkranke werden selbstverständlich weiterhin behandelt.“

Kürzlich hatte etwa das Sana Klinikum in Offenbach angekündigt, zeitlich nicht dringend notwendige Operationen und Behandlungen zu verschieben. „Dieser Schritt fällt uns nicht leicht, wir übernehmen aber damit Verantwortung für unser Versorgungsgebiet und auch für unsere Beschäftigten“, erklärte Klinik-Geschäftsführer, Sascha John. Es sei notwendig, um die Kapazitäten zu schaffen, um der steigenden Anzahl an Covid-19- Patienten gerecht zu werden. Für die Kliniken kann das Aufschieben von Operationen und Freihalten von Betten durchaus ein wirtschaftliches Problem darstellen, da ein freies Bett oft nicht unmittelbar neu belegt wird. Pro leerstehendem Bett entsteht laut dem Experten ein Verlust von täglich 500 bis 600 Euro, auf den Intensivstationen können es gar 2000 Euro am Tag sein.

Nach Angaben der Krankenhausgesellschaft befinden sich aktuell mehr Covid-19-Patienten in den hessischen Kliniken als im Frühjahr. Die gute Nachricht sei aber, dass die Zahlen auf den Intensivstationen bislang niedriger ausfalle als bei der ersten Infektionswelle. Die Gründe dafür sind vielfältig: So würden zum einen vulnerable Gruppen besser geschützt, zum anderen hätte man inzwischen bessere Erfahrungen mit den Behandlungen. Eine besondere Herausforderung seien allerdings Engpässe den Mitarbeitern. Die Personaldecke sei dünn, da immer mehr Pfleger oder Ärzte infiziert seien oder sich in Quarantäne befänden, erklärte Gramminger.

Nach den Zahlen des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin lagen in Hessen am Donnerstagmittag 243 Covid-19-Patienten auf Intensivstationen, 15 mehr als am Vortag. Das entsprach einer Belegung von 13 Prozent aller Intensivbetten. 124 der Patienten wurden beatmet. Nach Aussage von Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) hat Hessen die Lage in den Krankenhäusern stets im Blick gehabt: „Wir haben schon im Frühjahr erfolgreich ein Monitoring aufgesetzt, um immer zu sehen, wie die Auslastung der hessischen Kliniken ist“, sagte Klose der „Frankfurter Neuen Presse“ und der „Gießener Allgemeinen“. Ziel sei, alle Patienten jederzeit bestmöglich versorgen zu können. lhe