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Luftqualität Elektrisch betriebene Linie geht in Frankfurt an den Start / Wiesbaden plant im Sommer mit den Fahrzeugen

Erster E-Bus rollt durch die Stadt

Frankfurt/Wiesbaden.In hessischen Städten kommt die Umstellung der Busflotten von Diesel auf Elektroantrieb ins Rollen.

Die erste elektrisch betriebene Buslinie landesweit nimmt mit dem Fahrplanwechsel am Wochenende in Frankfurt den Betrieb auf. Schon seit Anfang Oktober fährt Hessens erster E-Bus im öffentlichen Personennahverkehr durch Fulda. Wiesbaden ist dem Ziel entscheidend näher gekommen, die gesamte Flotte auf Elektrobusse umzurüsten.

Wie die ESWE Verkehrsgesellschaft mbH gestern in der Landeshauptstadt mitteilte, fördert das Bundesumweltministerium die Anschaffung der ersten 56 Elektrobusse für Wiesbaden mit der maximal möglichen Summe von 14,5 Millionen Euro.

Nach 150 Kilometern zum Laden

In Frankfurt verbindet die Linie 75 die Uni-Standorte Bockenheim und Campus Westend künftig mit fünf E-Bussen. Die knallbunt beklebten „Stromer“ schaffen gerade mal 150 Kilometer, dann müssen sie zum Aufladen in den Betriebshof. Die Betreibergesellschaft investierte in die Fahrzeuge und die Ladestation im Betriebshof 1,9 Millionen Euro. „Wenn wir den ganzen Frankfurter Busverkehr auf Strom oder Wasserstoff umrüsten, würde das 160, 170 Millionen kosten“, schätzte Frankfurts Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD). Ein normaler Diesel-Bus kostet ihm zufolge um die 250 000 Euro, ein E-Bus mindestens das doppelte. Dazu kommen Kosten für die Ladestationen, die erstmal im Stadtgebiet aufgestellt werden müssten– für längere Linien würde es nicht ausreichen, wenn sie nur nachts im Depot Strom tanken könnten. Weitere Bestellungen wurden bisher nicht aufgegeben – die beim Bund beantragten Fördermittel seien nicht bewilligt worden, hieß es zur Begründung.

370 Busse sind nach Angaben der städtischen Nahverkehrsgesellschaft traffiQ aktuell in der Mainmetropole unterwegs. Eine Umstellung dieser sei vielleicht bis 2030 machbar, sagte Oesterling.

In Wiesbaden sollen in den nächsten Jahren 221 Elektro- und Wasserstoffbusse die aktuelle Diesel-Flotte ersetzen – nach Angaben der Stadt ein 203 Millionen-Euro-Projekt. Die ersten sollen im Laufe des kommenden Sommers oder im Herbst 2019 auf den Straßen unterwegs sein, sagte Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Grüne). Bereits der Austausch dieser 56 Busse werde Schadstoffe und Lärm drastisch reduzieren, teilte die ESWE mit.

In Mannheim fahren seit drei Jahren Elektrobusse vom Hauptbahnhof rund sechs Kilometer zum Stadtteil Lindenhof.

Wiesbaden setzt auf Radwege

In Wiesbaden droht wie in Frankfurt, Darmstadt, Offenbach und Limburg ein Dieselfahrverbot, weil die Grenzwerte für Luftschadstoffe nicht eingehalten werden. Ziel ist die Einhaltung des Grenzwertes von 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid (NO2) pro Kubikmeter Luft bis Anfang 2020.

Verkehrsdezernent Kowol sagte: „Ich gehe im Moment davon aus, dass wir den Richter überzeugen können, dass ein Diesel-Fahrverbot keine geeignete Maßnahme für Wiesbaden ist.“ Die Stadt versucht mit besseren Radwegen und teureren Innenstadt-Parkplätzen, die Luft sauberer zu bekommen.