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Gesundheit Personalmangel bei Lebensmittelkontrollen

„Es gibt leider keinen Hessenpool“

Archivartikel

Frankfurt.Ob Reaktionen auf Verbraucherbeschwerden oder Nachkontrollen nach Mängeln – in vielen hessischen Kommunen können derzeit nicht alle geplanten Lebensmittelkontrollen vorgenommen werden. „Fertig ausgebildete Lebensmittelkontrolleure sind absolute Mangelware und auf dem Stellenmarkt nicht verfügbar“, sagte ein Sprecher der Ordnungsamts Frankfurt. Das führe dazu, „dass wir unsere Beschäftigten selbst ausbilden müssen.“

Insgesamt habe sich die Aufmerksamkeit für den Bereich Lebensmittelsicherheit in den letzten Jahren stark erhöht. Skandale um Gammelfleisch oder Keimbelastungen in Lebensmitteln führten zu mehr Anfragen. In Frankfurt könne nur die Hälfte aller Plankontrollen bewältigt werden. Amtshilfe von anderen Kommunen oder Behörden gebe es nicht. „Es gibt leider keinen „Hessenpool Lebensmittelkontrollen“, aus dem sich die einzelnen Veterinärbehörden bei Bedarf bedienen können“, bedauerte der Sprecher des Ordnungsamts.

Aufwand stark gestiegen

„Der Erfüllungsgrad der planmäßigen Lebensmittelkontrollen lag im Jahr 2018 im Regierungsbezirk Darmstadt bei rund 62 Prozent“, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums. Die Erfüllungsquote in Mittelhessen dürfte sich bei den Plankontrollen um etwa 80 Prozent bewegen, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Gießen. Die Lage sei aber von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich.

Allerdings dürfe man die Qualität der Überwachung nicht nur an den Zahlen bewerten, sondern müsse auch die Intensität der Kontrollen berücksichtigen, sagte der Sprecher. Dabei gelte: „Der Aufwand pro Kontrolle ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen.“ Die Kontrolleure prüften in den Betrieben nicht nur Räume und Geräte, sondern auch die innerbetrieblichen Kontrollmaßnahmen. lhe