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Ludwigsburg Hochschulspitze sagt zur Zulagen-Affäre aus

Ex-Kanzler äußert sich

Stuttgart.Die umstrittene Vergabe von Zulagen an Professoren der Beamtenhochschule in Ludwigsburg ist dem angeklagten früheren Kanzler der Einrichtung nicht als möglicherweise verbotene Beförderung aufgefallen. „Ich habe gedacht, das ist rechtens, was da gemacht wird“, sagte der 66-Jährige am Dienstag in Stuttgart. Er habe nach einem Gespräch mit dem Landesamt für Besoldung und Versorgung Ende 2011 angenommen, die Zahlungen seien legal und abgesegnet.

Gemeinsam mit dem Ex-Rektor muss sich der einstige Kanzler vor dem Oberlandesgericht wegen Untreue verantworten. Die beiden sollen 13 Professoren zu Unrecht Zulagen gewährt haben – wenige Tage vor dem Ausscheiden des Rektors aus dem Dienst. Im Untersuchungsausschuss zu der Affäre hatte vor zwei Jahren schon der ehemalige Hochschulleiter die Vorwürfe zurückgewiesen und gesagt, er habe „mit bestem Wissen und Gewissen“ gehandelt und sich auf die Auskunft des Landesamtes verlassen. Die 13 Professoren waren von der sogenannten C- in die W-Besoldung gewechselt, in der ein geringeres Grundgehalt gezahlt wird. Es gibt aber die Chance, höhere Zulagen zu erhalten. Im Ludwigsburger Fall waren die Sonderzahlungen deutlich höher als erlaubt. Nach Staatsanwaltschaft-Angaben entstand dem Land 2012 bis 2016 bereits ein Schaden von mehr als 411 000 Euro.

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