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Limburg Frau starb wegen unterlassener Hilfeleistung

Fall wird vom BGH übernommen

Archivartikel

Limburg.Im Prozess gegen Eltern, die für ihre sterbende Tochter zu spät einen Notarzt gerufen haben sollen, hat die Staatsanwaltschaft Revision eingelegt. Das teilte ein Sprecher des Landgerichts Limburg mit. Das Gericht hatte das Paar aus dem Lahn-Dill-Kreis Mitte Oktober wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Ursprünglich angeklagt waren der Mann und die Frau wegen Totschlags durch Unterlassen. Die wegen unterlassener Hilfeleistung angeklagte Schwester des 21 Jahre alten Opfers wurde freigesprochen.

Die Tochter war behindert und krank zur Welt gekommen und litt unter anderem an Diabetes. Die Staatsanwaltschaft warf den Angeklagten vor, keinen Notarzt gerufen zu haben, obwohl ihre Tochter kurz vor dem Tod im Oktober 2016 erkennbar in einem kritischen Zustand war. Die Eltern wiesen die Vorwürfe zurück.

Die Richter gingen davon aus, dass die Eltern erst dann einen Mediziner riefen, als das Herz der jungen Frau nicht mehr schlug. „Wäre der Notarzt bereits zu einem früheren Zeitpunkt verständigt worden, wäre es nicht zum Tod der Geschädigten gekommen“, hatte das Gericht mitgeteilt. Nun befasst sich der Bundesgerichtshof in Karlsruhe mit dem Fall. lhe