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Migration Bundesregierung holt Dutzende kranke Kinder und ihre Angehörigen von griechischen Ägäis-Inseln nach Deutschland / Verteilung auf neun Bundesländer geplant

Familien aus Flüchtlingslagern gelandet

Archivartikel

Kassel/Berlin.Weitere 83 Menschen aus griechischen Flüchtlingslagern sind in Deutschland angekommen. Ein Flugzeug aus Athen landete am Freitag auf dem Kassel Airport in Nordhessen. Sie sollten auf neun Bundesländer verteilt werden, wie eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums sagte. Die Bundesregierung will damit die heillos überfüllten Lager auf den griechischen Ägäis-Inseln, in denen wegen Überfüllung katastrophale Zustände herrschen, ein wenig entlasten.

„Ordnung und Humanität gehören für mich in der Migrationspolitik eng zusammen“, erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt betonte, einige Länder und die Zivilgesellschaft seien bereit, mehr Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen als bislang zugesagt. „Deutschland muss weiter helfen und zumindest die Anzahl an schutzbedürftigen Personen aus Griechenland aufnehmen, wie Aufnahmezusagen der Länder abgegeben wurden.“

Die Migranten wurden bei ihrer Ankunft abgeschirmt: Einzeln wurden die Familien nach und nach aus dem Flieger geholt, stiegen in Reisebusse um und fuhren ab.

Unter den Ankömmlingen sind nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur 17 kranke Kinder und ein Jugendlicher, die von Angehörigen begleitet werden. Die 18 Familien sollten in Deutschland Aufnahme finden und medizinisch versorgt werden, müssen aber dennoch nach den Worten des Innenministeriums ein „ergebnisoffenes Asylverfahren“ durchlaufen.

Acht der Kinder sind sechs Jahre oder jünger, neun zwischen sieben und 13 Jahren alt. Ein Jugendlicher ist 15 Jahre alt. Mit dabei sind 32 Erwachsene und 33 minderjährige Geschwister. Sie müssen nach ihrer Ankunft nicht in Corona-Quarantäne, da Griechenland nicht als Risikogebiet gilt und sie schon vor Abflug auf das Virus getestet wurden. 18 Neuankömmlinge sollten nach Thüringen weiterreisen, 16 nach Rheinland-Pfalz und 14 nach Nordrhein-Westfalen. Hessen wollte neun der Migranten aufnehmen, Niedersachsen acht, Berlin sieben, Bremen fünf und Baden-Württemberg und Hamburg jeweils drei.

Auf den griechischen Inseln in der Ost-Ägäis befinden sich laut UNHCR derzeit rund 31 700 Migranten, ein Drittel von ihnen sind Kinder und Jugendliche. lhe