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Regierungspräsidentin Strobl übergibt Ernennungsurkunde

Felder löst Kressl ab

Archivartikel

Karlsruhe.Der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl hat gestern der Landtagsabgeordneten Sylvia Felder die Ernennungsurkunde als neue Regierungspräsidentin für Nordbaden überreicht. Die 52-Jährige löst Nicolette Kressl ab, die in den Ruhestand geht. „Die Abgeordnete Sylvia Felder bringt mit ihrer Persönlichkeit, ihrer jahrzehntelangen beruflichen Erfahrung als Abgeordnete und Rechtsanwältin sowie ihren Erfahrungen aus der Kommunal- und Landespolitik die optimalen Voraussetzungen für ihre neue Aufgabe an der Spitze des Regierungspräsidiums mit“, begründete Strobl.

Nicht jeder in der CDU-Landtagsfraktion teilt Strobls Begeisterung. Kritiker verweisen – allerdings nur hinter vorgehaltener Hand – darauf, dass Felder erst seit drei Jahren im Landtag sitzt. Und es gehe ihr die Erfahrung in der Führung einer großen Behörde ab. Aber auch die Skeptiker wissen, dass sich offene Kritik an der Karriere einer Frau verbietet, schon weil die CDU nicht viele Kandidatinnen für Spitzenjobs vorweisen kann.

Über die Vorgeschichte des Wechsels gibt es widersprüchliche Angaben. Zwischen Grünen und CDU war vereinbart, dass der Chefsessel in Karlsruhe an die Christdemokraten fällt, wenn er frei wird. Regierungspräsidenten können ohne Begründung jederzeit entlassen. Die Jobs stehen bei Regierungsparteien hoch im Kurs. Kressl, so hatten es Strobls Leute verbreitet, habe aus privaten Gründen um Versetzung in den einstweiligen Ruhestand gebeten. Aus gut informierten SPD-Kreisen hieß es jedoch, Strobl habe schon nachgeholfen, weil er der Sozialdemokratin das Vertrauen entzogen und so Kressls Wunsch nach Rückzug ins Private befördert habe.

Kommunalpolitische Karriere

Während Kressl als ehemalige Staatssekretärin mit bundespolitischen Meriten nach Karlsruhe gekommen war, hat sich Felder ihre Verdienste in der Kommunalpolitik und als CDU-Kreisvorsitzende erworben. Die Anwältin war seit 1996 Kreisrätin in Rastatt, seit 2014 Stadträtin in Gernsbach. Dort war ihr Vater Chef der CDU-Gemeinderatsfraktion. Felders Mann Rupert ist Personalchef beim Maschinenbauer Heidelberger Druckmaschinen. pre