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Sicherheit Rettungskräfte verlieren häufig Zeit bei der Suche nach Opfern / Neues System soll Unglücksort schneller ausfindig machen

Feuerwehr ortet Notrufe mit Smartphone

Archivartikel

Frankfurt.Ein Spaziergänger findet im Frankfurter Stadtwald eine leblose Frau und wählt den Notruf. In der Aufregung kann er der Leitstelle nicht genau sagen, wo er ist – ein Szenario, bei dem die Einsatzkräfte bei ihrer Suche wertvolle Minuten verlieren würden. Ein neues Ortungssystem der Frankfurter Feuerwehr soll das ändern. Die Technik „Advanced Mobile Location“ (AML) wurde am Mittwoch vorgestellt.

Dafür brauchen die Anrufer nur ein GPS-fähiges Smartphone, das sie regelmäßig updaten. Wählen sie in einem Notfall die „112“, kann der Disponent in der Leitstelle die Handynummer in das neue „AML“-System eingeben und bekommt innerhalb weniger Sekunden den Standort des Anrufers auf einer Karte angezeigt. Somit könne er die Einsatzkräfte zielgenau an den richtigen Ort schicken, sagte Frankfurts Feuerwehr-Dezernent Markus Frank (CDU) bei der Vorstellung. Das System werde seit Kurzem in Frankfurt genutzt und funktioniere auch bei ausgeschalteten Ortungsdiensten.

Schlechte Funkverbindung

„Von 200 Einsätzen am Tag gibt es eine zweistellige Zahl, bei der Anrufer ihren Standort nicht nennen können“, sagte Karl-Heinz Frank, Direktor der Branddirektion, die auch den Rettungsdienst steuert. Bei der Leitstelle riefen immer wieder Menschen in Not an, die durch die Ausnahmesituation ihren Standort nicht kennen oder eine schlechte Funkverbindung haben und damit schlecht zu verstehen seien. „Bisher wurde da unnötig viel Zeit verloren“, sagte Direktor Frank. „Wir sprechen teilweise von mehreren Minuten, die jetzt eingespart werden können.“ Die neue Technik kann laut Feuerwehr Menschen in Not auf 16 Meter genau orten.

Datenschutzrechtlich sieht die Stadt bei der neuen Technik kein Problem, sagte der Datenschutzbeauftragte Leif-Erik Holz. Die Verarbeitung der Daten sei nach Artikel 6 der Datenschutzgrundverordnung auch gegen den Willen einer betroffenen Person zulässig – nämlich „um lebenswichtige Interessen der betroffenen Person zu schützen“, heißt es in dem Gesetz. Das sei etwa der Fall, wenn Menschen in Lebensgefahr sind, erklärte Holz. lhe