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Verkehr Fraport und Volocopter entwickeln neue Technologie

Flugtaxis vor der Prüfung

Frankfurt.Manchmal dauert die An- oder Abreise zum Frankfurter Flughafen länger als der eigentliche Flug. Trotz der extrem verkehrsgünstigen Lage am Kreuz zweier wichtiger Autobahnen und einer ICE-Trasse werden Besucher vom Stau ausgebremst. Möglicherweise öffnet das den Markt für elektrisch betriebene Flugtaxis, die besonders eilige Passagiere durch die Luft zu ihrem Ziel bringen könnten. Weltweit versuchen zahlreiche Firmen, die neue Technologie gewinnbringend in die Luft zu bekommen. Der Flughafenbetreiber Fraport prüft nun gemeinsam mit der Daimler-Beteiligung Volocopter, wie die drohnenähnlichen Flugobjekte in den Betrieb des größten deutschen Flughafens integriert werden könnten.

Tests mit Pilot

Allgemein sind die Aussichten des neuen Verkehrsträgers einer Studie der Beratungsgesellschaft Horváth zufolge glänzend. „Schon 2025 werden Flugtaxis in großen Städten auf ersten, festgelegten Routen Passagiere transportieren“, prognostiziert Studienleiter Daniel Guffarth. Naheliegender Markt voller zahlungskräftiger Kunden sind Millionenstädte, zunächst in Asien, aber auch in den USA oder Europa. „Sobald die ersten Pilotprojekte erfolgreich sind, wird sich auch in Deutschland die Politik für Versuchsstrecken und Betriebsrouten öffnen“, glaubt Guffarth.

Perspektivisch sollen die neuen Fluggeräte autonom – also ohne Pilot – fliegen, lautet das öffentlich erklärte Ziel von Volocopter, Airbus und Co. Der Kooperationsvertrag ist gerade unterschrieben, die Projektteams beider Unternehmen sind im Austausch. Innerhalb der nächsten beiden Jahre erwarte man die kommerzielle Zulassung durch die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA, sagt Velocopter-Sprecherin Helena Treeck. Dann sollen erste Probeflüge am Main stattfinden – zunächst noch mit Pilot. Als mögliche Ziele nennt das Unternehmen das Frankfurter Messegelände, den Hauptbahnhof oder einzelne Hochhäuser. lhe