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Radwege Verkehrsminister stellt Ausbaupläne für 2020 vor

Förderung verdoppelt

Archivartikel

Stuttgart.Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hat vor der nächsten Landtagswahl den Förderrahmen für den Radwegebau der Kommunen verdoppelt. 2020 können Städte und Gemeinden Projekte im Volumen von 58 Millionen Euro anmelden, nach 30 Millionen im Vorjahr. Da sich die Planung und Realisierung aber über mehrere Jahre verteilen, stehen im Landeshaushalt 2020 für kommunale Zweiradprojekte nur 15 Millionen Euro bereit. Gefördert werden nicht nur Wege, sondern auch Abstellplätze. Dazu kommen weitere 20 Millionen Euro, die in den Bau von Radwegen entlang von Landesstraßen fließen. Weitere 15 Millionen Euro stellt die Bundesregierung für Fahrradtrassen entlang von Bundesstraßen bereit.

„Es gibt einen neuen Boom für das Radfahren“, sagte Hermann bei der Vorstellung seines Förderkonzepts. Das Land müsse deutlich mehr tun als in der Vergangenheit, begründete der Grünen-Politiker die Ausweitung seiner Programme. „Die Förderkulisse ist so hoch wie noch nie“, sagte der Minister, der selbst ein passionierter Radler ist.

Ziel verfehlt

Allerdings bleibt Hermann weit hinter den selbst gesteckten Zielen zurück. Kurz nach seinem Amtsantritt gab er 2012 das Ziel aus, den Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Strecken bis 2020 von acht auf 16 Prozent zu verdoppeln. Tatsächlich werden dieses Jahr im landesweiten Durchschnitt nur gut zehn Prozent aller Strecken mit dem Fahrrad zurückgelegt. In Universitätsstädten wie Freiburg oder Heidelberg liege die Quote bei 30 Prozent, eine Großstadt wie Mannheim erreiche 16 Prozent. Dagegen gebe es auf dem Land Stagnation, teils sogar eine Rückentwicklung.

Erfreut zeigte sich Hermann über das finanzielle Engagement des Bundes. Inzwischen seien sieben Radschnellwege bewilligt, unter anderem zwischen Heidelberg und Mannheim, sowie von Heilbronn über Neckarsulm bis Bad Wimpfen. Nur wenn täglich 2000 Nutzer zu erwarten sind, werden solche mindestens vier Meter breiten Schnellwege in Angriff genommen. Inzwischen gebe es Machbarkeitsstudien für eine Gesamtlänge von 1000 Kilometern. Für den Bau seien aber oft Planfeststellungsverfahren notwendig. Das führe dazu, dass die Realisierung länger als erwartet dauere. 

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