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Fragwürdige Haltung

Die Vollverschleierung an den baden-württembergischen Schulen sollte verboten werden. Selbst wenn es sich nur um Einzelfälle handelt, macht die Änderung des Schulgesetzes Sinn. So passt eine Frau in Nikab oder Burka nicht in eine aufgeklärte und progressive Gesellschaft, in der beide Geschlechter gleichberechtigt sind. In dieser unterhalten sich Frauen wie Männer, egal mit welchem religiösen Hintergrund, auf Augenhöhe – und beide können dabei das Gesicht des Gesprächspartners sehen.

Der Argumentation von Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) und seiner CDU-Herausforderin Susanne Eisenmann folgend wäre es angemessen, in Deutschland generell ein Vollverschleierungs-Verbot einzuführen. Ein Schritt, den liberale Staaten wie Dänemark oder Holland bereits gegangen sind. Diese Staaten stufen diesen Punkt richtigerweise höher ein als die Ausübung der Religionsfreiheit, die Befürworter der Vollverschleierung gerne als Argument bringen. Einen Weg, den auch Deutschland einschlagen sollte.

Der Vorwurf der Grünen-Landespartei, Eisenmann fische am rechten Rand des Wählerspektrums, verwundert. Schließlich haben auch die Südwest-Grünen den Koalitionsvertrag mitunterzeichnet, in dem steht, dass die Vollverschleierung der offenen Gesellschaft widerspreche. Es ist eine fragwürdige Haltung, die der grüne Regierungschef nicht teilt - und sich mal wieder gegen die Linie seiner eigenen Partei stellt.

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