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Fragwürdige Untersuchung

Jugendämter und Gerichte geben Informationen nicht weiter, die Justiz trifft Entscheidungen, die sich später als katastrophale Versäumnisse erweisen – beim Staufener Missbrauchsfall gab es eine lange Reihe von Fehlern, die aufgeklärt werden müssen. Sie haben dazu beigetragen, dass der Staat das Kind nicht vor den unfassbaren und unerträglichen Taten der Mutter und deren bereits vorbestraften Lebensgefährten schützen konnte. Die Landesregierung muss jetzt alles dafür tun, um mögliches Behördenversagen zu ermitteln und daraus für künftige Fälle Konsequenzen zu ziehen.

Wie konnte es passieren, dass das Jugendamt Hinweise auf die Gefährdung des Jungen falsch eingeschätzt hatte? Warum schickten die Gerichte das Kind wieder zu seinen Peinigern zurück, obwohl es bereits bei einer Pflegefamilie untergebracht war? Dies alles will die Regierung von einer interministeriellen Arbeitsgruppe untersuchen lassen. Diese ist angewiesen auf den Bericht einer weiteren Arbeitsgruppe aus dem Raum Freiburg, bestehend aus den Gerichten und Behörden, die Fehler gemacht haben. Ein fragwürdiges Vorgehen. Zudem lässt einen auch das Strafmaß von zwölfeinhalb Jahren Haft für die Mutter und zwölf Jahren für ihren Partner ratlos zurück. Warum wurde hier nicht die Höchststrafe von 15 Jahren verhängt?