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Prozess Angeklagte hegte Groll gegen Muslime

Frau gesteht Brandstiftung

Archivartikel

Ulm.Eine Frau hat zugegeben, in einer Asylbewerberunterkunft und vor einem türkischen Lebensmittelgeschäft im Landkreis Göppingen Feuer gelegt zu haben. In betrunkenem Zustand habe sie im September 2018 „Menschen Angst machen“ wollen, erklärte sie gestern vor dem Landgericht Ulm. Ihr Interesse an Adolf Hitler und an NS-Symbolik habe damit nichts zu tun gehabt, sie sei „kein Nazi“. Allerdings habe sie gegen Muslime einen Groll gehegt.

Laut Anklage legte die 33-Jährige die Brände aus fremdenfeindlichen Motiven. Verletzt wurde niemand. Sie habe aber den möglichen Tod von 31 Menschen billigend in Kauf genommen. Angeklagt ist sie wegen versuchten Mordes, versuchter Brandstiftung mit Todesfolge und schwerer Brandstiftung.

Die Frau soll vor dem Geschäft Abfallsäcke angezündet haben. Das Feuer wurde gelöscht. Einige Tage später soll sie die Holztür der Unterkunft in Brand gesetzt haben. Dort seien die Flammen von selbst erloschen. Die laut Akten alkoholkranke Deutsche sagte, sie habe aus Frust über eine gescheiterte Beziehung zu einer anderen Frau gehandelt. Das „Nazi-Zeugs“ sei für sie nicht wichtig gewesen. Es habe ihr nur dazu gedient, sich von ihren Problemen abzulenken.