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Urteil Weibliche Mitglieder in „Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wirtschaft“ zulässig

Frauen beim Herren-Klub

Archivartikel

Frankfurt.Die Mitgliedschaft von Frauen im bisherigen Herren-Klub „Frankfurter Gesellschaft für Handel, Industrie und Wirtschaft“ ist grundsätzlich zulässig. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt erklärte eine entsprechende Satzungsänderung in einem gestern ergangenen Urteil für wirksam und wies die Klage eines Mitglieds zurück. Laut Entscheidung ist der in offener Abstimmung entstandene Mitgliederbeschluss aus dem Jahr 2015 formal nicht zu beanstanden. Der Kläger hatte vor Gericht unter anderem argumentiert, die Mitglieder hätten geheim über die Satzungsänderung abstimmen müssen.

Wegen der Abstimmung durch Handaufheben seien jene Mitglieder unter erheblichen Druck gesetzt worden, die sich bei einer geheimen Abstimmung möglicherweise gegen die Aufnahme von Frauen entschieden hätten, behauptete der Kläger. Die OLG-Richter hielten diesem Argument jedoch entgegen, dass es sich bei den Mitgliedern um „führende Persönlichkeiten“ handele, die größeren Druck aushalten müssten.

Der Zivilsenat hatte zahlreiche Mitglieder zum Ablauf der Abstimmung im Zeugenstand befragt. Besonders der frühere Frankfurter Oberbürgermeister Andreas von Schoeler (SPD), der die Abstimmung über die Aufnahme von Frauen geleitet und organisiert hatte, bestätigte vor Gericht, dass es „chaotische Zustände“, von denen der Kläger gesprochen hatte, nicht gegeben habe.

Die Gesellschaft, die in einer herrschaftlichen Villa im Frankfurter Westend residiert, hat nach Angaben eines Vorstandsmitglieds rund 600 Mitglieder. Seit der Satzungsänderung seien 15 Frauen in den Verein eingetreten. lhe