Länder

Asyl Kommunen wollen Bootsflüchtlinge aufnehmen

Freiburg zeigt Solidarität

Archivartikel

Freiburg/Stuttgart.Das Schicksal der Bootsflüchtlinge aus Afrika hat nicht nur drei Großstädte aus Nordrhein-Westfalen auf den Plan gerufen: Auch im Südwesten wollen Kommunen ein Signal für die Menschlichkeit setzen. Der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn (parteilos) sicherte den Städten Bonn, Düsseldorf und Köln seine Solidarität zu. Diese drei Städte hatten der Bundesregierung angeboten, Flüchtlinge aufzunehmen. Horn will sich beim Städtetag für eine gemeinsame Erklärung verschiedener Kommunen einsetzen, die ein bestimmtes Kontingent der Hilfsbedürftigen aufnehmen wollen. Ein entsprechender Brief werde gerade verfasst, sagte gestern eine Sprecherin der Stadt.

Auch Stuttgart beteiligt sich

Daneben begrüßte auch Stuttgarts Sozialbürgermeister Werner Wölfle (Grüne) die Offerte der drei Städte in Nordrhein-Westfalen und erklärte, dass die Landeshauptstadt auch in Zukunft Menschen aufnehme, die in anderen Ländern der Europäischen Union als Asylsuchende ankommen.

Die Aufnahme könne ähnlich ablaufen wie die der verfolgten Jesidinnen aus dem Nordirak, erläuterte Horn in Freiburg. 21 Kommunen hatten sich in den Jahren 2015 und 2016 dazu bereiterklärt, die traumatisierten Frauen und Kinder aufzunehmen. Das Land Baden-Württemberg hatte damals für das Sonderkontingent die vollen Kosten für die Unterkunft, die Verpflegung und die Gesundheit der Jesidinnen übernommen.