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Terror Halit Yozgats Mutter erhebt weiter Vorwürfe

Gedenken an NSU-Opfer

Kassel.Etwa 100 Menschen haben gestern in Kassel an Halit Yozgat erinnert, der 2006 mutmaßlich von der rechten Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) getötet worden war. Trotz Differenzen über die Form des Gedenkens traten die Eltern Yogats, der türkische Generalkonsul Burak Kararti und Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) gemeinsam auf. „Das Gedenken an Halit Yozgat und alle anderen NSU-Opfer steht über allen politischen Meinungen“, sagte Kararti auf dem nach Yozgat benannten Halitplatz.

Kararti erinnerte daran, dass die Stadt im vergangenen Jahr das Gedenken abgesagt hatte. Man hatte antitürkische Proteste befürchtet – auch wegen der Anwesenheit des Konsuls als Vertreter der Erdogan-Regierung. „Ausdrücklich möchte ich betonen, dass niemand das Recht hat, die Teilnahme des Generalkonsuls an dieser Veranstaltung zu hinterfragen“, erklärte Kararti.

Die Eltern Yogats forderten eine neue Nachstellung des Mordes am Tatort in Kassel. Sie vermuten weiter eine Verstrickung des Verfassungsschützers Andreas Temme, der damals vor Ort war. lhe