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Justizvollzugsanstalten Unterstützung für Einrichtungen in Bruchsal, Heilbronn, Ravensburg und Freiburg / Tiere sollen aber auch landesweit eingesetzt werden

Gefängnisse bekommen eigene Drogenspürhunde

Stuttgart.Die baden-württembergische Justiz erhält tierische Unterstützung bei der Bekämpfung des Drogenschmuggels in den Gefängnissen. Justizminister Guido Wolf (CDU) kündigte am Donnerstag gegenüber dieser Zeitung an, dass vier extra ausgebildete Tiere, denen jeweils ein Hundeführer zur Seite gestellt wird, ab April 2020 an den Justizvollzugsanstalten (JVA) in Bruchsal, Freiburg, Ravensburg und Heilbronn eingesetzt werden.

Das Justizministerium spricht von einem „wichtigen Baustein für die Bekämpfung des Drogenschmuggels und -konsums in den Justizvollzugsanstalten des Landes“. Derzeit kommen in den Südwest-Gefängnissen nur Rauschgiftspürhunde von der Polizei oder vom Zoll – also durch Unterstützung per Amtshilfe – zum Einsatz.

Damit greift das Land wieder ein Vorgehen auf, das vor einigen Jahre lediglich getestet wurde. Im Rahmen eines Pilotprojekts hatten die Mitarbeiter in den Justizvollzugsanstalten in Freiburg und Ravensburg schon einmal jeweils einen eigenen Drogenspürhund. Vor knapp drei Jahren lief das Politprojekt jedoch aus. Das Land hat jetzt im Juni dieses Jahres die drei belgischen Schäferhunde Balin, Dex und Max sowie die deutsche Schäferhündin Coco gekauft. Gemeinsam mit je einem Hundeführer werden sie zurzeit an der Justizvollzugsanstalt Ravensburg ausgebildet. Zwar sind die vier Teams festen Standorten zugeordnet, sie sollen von dort aber landesweit in den Justizvollzugsanstalten zum Einsatz kommen.

Im vergangenen Jahr sorgte eine Drogenschmuggel-Affäre an der Justizvollzugsanstalt in Heilbronn landesweit für Aufsehen. Damals wurden JVA-Beamte suspendiert und zu Haftstrafen verurteilt. Auch der Leiter des Heilbronner Gefängnisses verlor als Folge der Affäre seinen Job. Erst vor wenigen Tagen verurteilte das Landgericht Heilbronn zudem eine Bande zu Haftstrafen zwischen drei und sieben Jahren. Auch sie hatte – in diesem Fall ohne aktive Mithilfe von Bediensteten – Rauschgift in das Heilbronner Gefängnis geschmuggelt und damit gehandelt.

Laut Justizministerium wurden in den Gefängnissen im Südwesten 2018 insgesamt 1011 Gramm der gängigsten Betäubungsmittel – also Haschisch, Marihuana, Heroin, Kokain und Subutex – sichergestellt. „Der überwiegende Teil noch vor Erreichen des Gefangenenbereichs“, sagt ein Sprecher Wolfs. Der Minister selbst bezeichnet den Drogenschmuggel in die Gefängnisse als „eine herausfordernde Aufgabe“.

Wird ein Spürhund über den Zeitraum von acht Jahren eingesetzt, kostet dieser laut Ministerium insgesamt rund 50 000 Euro. Darin enthalten sind sämtliche Ausgaben.

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